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Dareios

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1

Freitag, 23. Mai 2014, 08:49

Darstellung eines Battalions des SYW / SJK in 15mm - Wie packt ihr das an?

Moin,

ich plane fuer eine Maurice Armee meine Reichsarmee Truppen jeweils als Battalione zu 32 Mann zu organisieren. D. h. fuer z. B. das Kreisregiment Baden-Baden mit 1.436 Maennern, wuerde jede Figur ca 45 Maenner repräsentieren. Davon waeren dann ca 240 Grenadiere (jedes battalion bestand aus 5 Musketier und 1 Grenadier Kompanie). Dies wuerde dann wiederum bedeuten, dass ca. 5-6 Minis Grenadiere sein sollten. Der Einfacheit halber koennte man ja nun ein Element der vier bei Maurice vorgeschriebenen mit 8 Grenadier-Minis bestuecken.

Kurtrier wiederum hatte ja nun keine Grenadierkompanie, daher stellt sich hier das Problem nicht.

Wenn man nun aber z. B. die Ernestinisch Sachsen Infanterie anschaut, dann hat man in einem Battalion schonmal drei verschiedene Uniformfarben, plus einen Anteil Grenadiere. Demnach jede Base in einer anderen Uniformfarbe.

Natuerlich gibt es noch weitere Beispiele: von Hatzfeld Kürassiere.

Allerdings habe ich das bisher online noch nicht so gesehen. Wie macht ihr das? Mischt ihr Grenadiere ein oder lasst ihr es gut sein und habt nur Musketiere in euren Battalionen? Wie schaut es bei Faellen mit unterschiedlichen Uniformen im gleichen Battalion aus?

Pappenheimer

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2

Freitag, 23. Mai 2014, 11:49

Salut!

Ich würde davon ausgehen, dass die Regimenter oft nichtmal 1.000 Mann hatten, auch wenn Kronoskaf eine stattliche Anzahl für das Regiment Baden-Baden angibt - vielleicht auch eine rühmliche Ausnahme weil möglw. der Regimentsinhaber mehr Interesse an seiner Truppe hatte. Was mich auch darauf bringt, ist dass ich selten bisher von Durchzügen von Verstärkungen von Feldtruppen gelesen habe. Die Motivation die Regimenter aufzufüllen scheint bei den meisten Staaten erst dann gegeben gewesen zu sein, wenn das mit Subsidiengeldern zusammen hing. Auch wenn die Uniformen prinzipiell dieselben waren und es auch eine Musterung aller schwäbischen Truppen am Beginn des Krieges gab, wäre es denkbar dass die Qualität der Ausrüstung unterschiedlich war. Die größeren Staaten mussten generell finanziell weitaus weniger proportional zu den Einwohnerzahlen als die kleinen bluten. Auf der anderen Seite wurden die Kreistruppen von den größeren Staaten wie Württemberg oftmals als Prestigeobjekte betrachtet und entsprechend besser behandelt, m. E. sogar ausgestattet. Es wäre also denkbar, dass die Gamaschen oder sowas bei den größeren Mächten besser aussahen. Ab Kriegsbeginn scheinen dann ja die Kreisstände ziemlich überfordert gewesen zu sein, die Ausrüstung etc. zu finanzieren. Ewige innere Streitigkeiten über aufgelaufene Schulden noch aus dem Span. Erbf.krieg kenne ich aus einer Publikation zu der Zeit 1716-1733.

Da ich auch mit dem Gedanken spiele, mit nem Freund TT für 7-jährigen aufzuziehen, würde ich auch ähnlich wie Du vorgehen und den Grenadieren einfach ne eigene Base geben. Wir würden das zwar in 1/72 machen, aber generell wäre das ne schöne Idee, auch für den Fall, dass Grenadiere mal spezielle Funktionen in einem anderen Regelwerk haben sollten. Die Kurmainzer Grenadiere warfen ja bspw. immernoch Granaten, die sie regulär noch mit sich führten (habe da mal ne Vorführung von zwei Bekannten von mir gesehen).

Wenn es das Regelwerk hergibt, würde ich auf jeden Fall die Regimenter der Reichstruppen immer nummerisch schwächer als die preußischen machen bis hin zu einer Base weniger.

Mir ist noch kein Beispiel begegnet, dass mehrere verschiedene Uniformen in einem Bataillon waren. Es gab ja das kombinierte Reichsregiment Schwarzburg-Reuß, das extrem klein war (habe immer nur von 450 Mann oder so in dem Dreh gelesen). Scheinbar haben sich da, die Quellenlage ist zugegeben bis auf zwei Fähnchen im TLMH sehr dünn, die vielen reußischen und die beiden Schwarzburger Linien geeinigt. Wie Schwarzburger und Reußen aus der Verantwortung gekommen sind, Reichstruppen zu stellen, ist mir momentan eh schleierhaft. Wenn ich es bisher recht verstanden habe, wurde das Regiment nachdem es aus holländischen Diensten heimgekehrt war scheinbar in preußische vermietet - eh schon eigenwillig ein Kreisregiment zu vermieten. Und ein Kreisregiment war es mit Sicherheit, weil es in der 1. Hälfte des 18.Jh. zu einer Reichsexekution in Mecklenburg eingesetzt wurde.

Was mir ad hoc aus dem Gedächtnis noch einfällt, ist dass im Treppenhaus im Stadtschloss von Eisenach vor ein paar Jahren, als ich da war, ein (oder zwei?) Gemälde mit Soldaten, sicherlich Sachsen-Eisenach, hing. Das war eine Ansicht eines, mittlerweile nicht mehr vorhandenen (Residenz-)Schlossbaues in der Nähe vom heutigen Lutherhaus. Die Uniformierung müsste interessant sein. Aber ob wir damals Fotos gemacht haben? Der letzte Sachsen-Eisenacher Herzog, Wilhelm Heinrich, war ja genauso wie sein Weimarer Kollege ziemlich in das Militär vernarrt und stellte im Vergleich zur Größe seines Staates allerhand Truppen auf, die er dann wie sein Weimarer Vetter wacker vermietete, um die Kosten für den Soldatenprotz wieder rein zu kriegen. Von daher dürften bei Sachsen-Weimar-Eisenach die Truppen gut gerüstet gewesen sein, da Geld reinkam.

Decebalus

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3

Freitag, 23. Mai 2014, 12:54

Eigentlich ist das Problem ja weder spezifisch für 15mm noch für den 7JK.

Und ja, für meine napoleonischen Bataillone mische ich Grenadiere oder anders aussehende Truppenteile ein, wenn es das im Vorbild gab. (Österreichische Grenadier-Bataillone waren etwa aus verschiedenen Infanetrie-Regimentern zusammengesetzt und hatten daher auch verschieden farbige Aufschläge - das mache ich dann auch.)

Das rechnerisch genaue Verhältnis versuche ich allerdings nur bedingt zu treffen. Unsere Figuren sind eine Abstraktion, weil ich bei 20 Mann einen Trommler habe, heißt das ja nicht, dass im wirklichen Bataillon jeder 20. ein Musiker war.

WCT

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4

Freitag, 23. Mai 2014, 13:10

Wie Schwarzburger und Reußen aus der Verantwortung gekommen sind, Reichstruppen zu stellen, ist mir momentan eh schleierhaft. Wenn ich es bisher recht verstanden habe, wurde das Regiment nachdem es aus holländischen Diensten heimgekehrt war scheinbar in preußische vermietet - eh schon eigenwillig ein Kreisregiment zu vermieten. Und ein Kreisregiment war es mit Sicherheit, weil es in der 1. Hälfte des 18.Jh. zu einer Reichsexekution in Mecklenburg eingesetzt wurde.
Irgendwie versteh ich dein Problem nicht:
-Im Siebenjährigen Krieg waren beide Stände neutral, dementsprechend stellten sie keine Truppen.
-Reichs- bzw. Kreistruppen wurden immer nur im Falle einer Kreis- bzw. Reichsexekution zusammengestellt, die Anzahl der zustellenden Truppen war festgeschrieben (jeweils für das Simplum, Triplum etc.- man konnte aber auch stattdessen eine entspr. Abgabe aufbringen). Ob die Truppen nun (stehende) Haustruppen der Stände oder frisch ausgehoben waren ist dafür unerheblich. Ansonsten gab es, bis auf bei mancher der vorderen Reichskreise keine gefestigte Regimentsstruktur.
-Was die jeweiligen Stände ansonsten mit ihren Truppen machten war ihnen freigestellt. Ungewöhnlich wäre jediglich wenn wirklich das gesamte Kontigent des Kreisregiments, es waren ja auch sicherlich einige andere, kleinere Stände beteiligt, die dann zustimmen mussten, als Subsidienregiment vermietet wurde. Das lässt sich aber wahrscheinlich mit einem kleinen besuch herausfinden: http://www.gda.bayern.de/findmittel/ead/…4421&argt=14444
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Pappenheimer

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5

Freitag, 23. Mai 2014, 13:37

Wie Schwarzburger und Reußen aus der Verantwortung gekommen sind, Reichstruppen zu stellen, ist mir momentan eh schleierhaft. Wenn ich es bisher recht verstanden habe, wurde das Regiment nachdem es aus holländischen Diensten heimgekehrt war scheinbar in preußische vermietet - eh schon eigenwillig ein Kreisregiment zu vermieten. Und ein Kreisregiment war es mit Sicherheit, weil es in der 1. Hälfte des 18.Jh. zu einer Reichsexekution in Mecklenburg eingesetzt wurde.
Irgendwie versteh ich dein Problem nicht:
-Im Siebenjährigen Krieg waren beide Stände neutral, dementsprechend stellten sie keine Truppen.




Das ist ja eben die Sache. Als Reichsstände konnte es verfassungsgemäß garkeine Neutralität geben. Entweder es war Reichskrieg oder es war keiner. Am Verhalten der Preußen in Rudolstädter Territorium kann man auch gut ablesen, dass die Preußen, trotz traditionell überaus freundschaftlichen Beziehungen zwischen Rudolstadt und Berlin, Rudolstadt als Feindesland ansahen. Es wurde zwangsrekrutiert und Proviant gestohlen (für die Größe des Landes namentlich gewaltige Mengen an Rindern).

Auf der anderen Seite behandelten die Reichstruppen Rudolstadt als Verbündete. So weit möglich wurden die Soldaten zur Disziplin angehalten und man verhielt sich friedlich gegenüber den Rudolstädter Truppen.

Die Neutralität war scheinbar eine Art Wahn des Fürstenhauses, das auch entsprechende Schilder an der Landesgrenze anbringen ließ, welche offensichtlich beiderseits nicht beachtet wurden.

Am skurrilsten freilich war die Episode, als die Preußen die Rudolstädter zwangen mit eigenen Truppen, also schwarzburgischen, für Preußen zu rekrutieren.

Wenn das vermietete Regiment, was so der Fall zu sein scheint (es gibt jedenfalls keine Hinweise auf eine Rückkehr nach Schwarzburg-R.), auf preußischer Seite mitkämpfte, würde das auf jeden Fall einen Anlass geboten haben, das Fürstentum aus kaiserlicher Sicht als feindliche Macht zu betrachten. Wäre auch ne Frage, ob die Rudolstädter trotz der finanziellen Nöte Preußens von den Preußen Zahlungen für das besagte Regiment erhielten - kann ich mir ja fast nicht vorstellen bei der damaligen Kaltschnäuzigkeit in solchen Belangen.

Was Neutralität war, darüber gab es offenbar unterschiedliche Auffassungen. M.E. betrachteten sich alle Reichsstände als "neutral", die nur die verfassungsmäßig pflichtschuldigen Soldaten stellten. "Verbündete" Österreichs waren dagegen diejenigen, die über diese Truppen hinaus Soldaten für gewisse Gegenleistungen Frankreich oder Österreich zur Verfügung stellten. Ich glaube mich zu entsinnen, dass auch die Herzogin von Sachsen-Weimar, Anna Amalia, in dieser Art gegenüber Preußen argumentierte. Am Ende des Krieges gab es dann scheinbar den Versuch Preußens einzelne Kreise zu Sonderfrieden zu zwingen indem sie gezielt bedroht wurden (vielleicht hoffte man darauf, dass die Niederlagen der Österreicher nicht gerade Vertrauen in die Sache des Kaisers einflößten). Zumindest auf den Kreistagen wurde deswegen heftig debattiert, aber letztlich, ich glaube im Falle Schwabens, dann doch der Entschluss gefällt, auch für 1763 Gelder für den Reichsexekution für alle Fälle vorzusehen.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Pappenheimer« (23. Mai 2014, 13:45)


Dareios

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Sonntag, 25. Mai 2014, 09:19

Moin,

sehr interessant die Diskussion. Das macht wirklich Lust in die Materie tiefer einzusteigen.

Nochmal zu verschiedenen Uniformen im selben Batallion:

Laut Kronosgraf setzte sich das 2. Batallion der Ernestinisch-Sachsen Infanterie aus Kompanien zusammen, die aus verschiedenen Herrschaftsgebieten stammten:

Zitat

Sachsen-Gotha-Altenburg (2 coys for a total of 312 men)
Sachsen-Coburg-Meiningen (1 coy for a total of 104 men)
Sachsen-Coburg-Saalfeld (1 coy for a total of 84 men)
Sachsen-Hildburghausen (1 coy for a total of 114 men)


Hildburghausen und Coburg unterscheiden sich nun aber erheblich in der Uniformierung:

Zitat

Coburg contingent: Prussian style white coat lined red
Hildburghausen contingent: Prussian style dark blue coat lined yellow


Demnach sollte doch dann in einem Batallion eine Base Coburg, eine Base Hildburghausen und zwei Gotha-Altenburg darstellen (das entspricht zwar nicht genau der eigentlichen Staerke des Batallions, aber so waere es einfacher zu handhaben).

@Decebalus: Das finde ich eine gute Herangehensweise. Werde das wohl auch so handhaben. Damit kommt nochmal etwas Abwechslung rein.

@Pappenheimer: Also soweit ich das verstehe muessen die Einheiten bei Maurice zumindest 4 Basen haben, koennen aber auch groesser sein. Demnach koennte man sie ja durchaus immer als 4er aufstellen.

Falls das Bild auftauchen sollte waere es super wenn du es posten koenntest.

WCT

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Sonntag, 25. Mai 2014, 16:23

Maurice Einheiten haben nie mehr oderweniger als vier basen.
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Montag, 26. Mai 2014, 00:49

Oh, na dann gibt es diese Option leider nicht. Naja, wie bereits gesagt ist ja eh nur eine recht abstrakte Repraesentation. Allerdings gut, dass ich demnach maximal 32 Minis fuer ne Einheit brauche :).