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SiamTiger

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Sonntag, 18. Juni 2017, 18:21

"Cantabrum indoctum iuga ferre nostra - Kantabrien, das unser Joch nicht ertragen will", Quintus Horatius Flaccus.

Das Antike SAGA Projekt fortführend, ist mehr Reiterei für die Iberer angekommen. Ich hatte ein paar Probleme bei der Beschaffung der Victrix-Sets. Manche Sachen sind nur im Direktvertrieb erhältlich, andere regulär. Dennoch, die Iberer sind die dritte Bande nach den Germanen und Römern.

Ich hatte die Keltiberer hier bereits vorgestellt, und über den Hintergrund und Idee hinter dem Projekt gesprochen. Auf dem Blog habe ich noch einen weiteren Beitrag über Nordspanien und das Museum der Prähistorie und Archäologie Kantabriens. Aber der Kern der Truppe ist bereits gebaut und gebased.





Die Bande baut sich um die Victrix Plastikmodelle auf. Ich hatte bereits eine Rezension über die Armoured Iberian Warriors auf dem Blog veröffentlicht, konnte damals aber keine ungerüsteten Miniaturen auftreiben. Für dieses Projekt habe ich mir noch ein Set gekauft ohne Rüstung, um die Krieger und Leibgarde besser voneinander abgrenzen zu können in Form von Scutari und Caetrati.


Da ich in der damaligen Review keinen Vergleich zwischen Armoured und Unarmoured abdecken konnte, reiche ich diese hier nach. Die Gussrahmen sind soweit identisch bis auf die Infanteriemodelle in der Mitte. Diese sind auch die gleichen Posen, nur einmal in Stoffkleidung und einmal mit Rüstung (meist nur Brustpanzer), wie man es auf den Bildern der Gussrahmen sehen kann.








Und hier ein Direktvergleich der Modelle nebeneinander.





Bezüglich der Reiterei, hier habe ich mir zwei Sets der Iberischen Kavallerie besorgt. Das Set als solches ist ein wenig Eingeschränkt und hat nicht allzuviele Optionen, daher habe ich ein paar Einzelteile der Infanterie eingemischt darunter auch komplette Oberkörper ausgetauscht, wie man unten sieht.





Leider ist die Gussqualität nicht so gut wie sie sein könnte. Die alten napoleonischen Sets hatten diese kleinen Löcher bereits, aber die waren auch ungemein günstig, aber die hier sind teurer und es ist deutlich mehr Zeit vergangen, daher erwarte ich eine bessere Qualität. Da muss ich dann noch ein mal mit Putty / Green Stuff dran.





Zu den Warlords, ich wollte eine berittene und unberittene Variante. Aber da keine anständigen Modelle verfügbar sind, habe ich mich dazu entschieden diese selbst aus den Ressourcen die mir zur Verfügung standen umzubauen. Also den Plastikbausätzen und der Inspiration aus dem Osprey Men-at-Arms #180 - Rome's Enemies 4 Spanish Armies. Ich wollte, dass mein Warlord über den geschlagenen Feinden triumphiert und daher habe ich die Bases für beide Varianten mit Römern gestaltet. Und da die Pferde nicht dramatisch genug aussahen, habe ich eines der Pferde etwas umgebaut und die Beine in eine dynamischere Pose gebracht.





Hier könnt ihr den aktuellen Zustand sehen, es braucht noch ein wenig Green Stuff um die Übergänge nachzuarbeiten. Freue mich auf euer Feedback.





Das war's für heute. Es heißt zurück an den Werktisch, Dark Imperium ist am Freitag hier angekommen und ich habe mir die Box mit ein paar Leuten geteilt, weshalb ich ein paar Primaris Space Marines für Inq28 Umbauten hier habe. Halte euch auf dem Laufenden und wünsche einen großartigen Restsonntag.

Regulator

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Sonntag, 18. Juni 2017, 18:32

Sehr cool. :thumbup: Mir gefallen die Victrix Minis immer mehr und mehr...
'Let us cross over the river, and rest under the shade of the trees.'

Karma Kamileon

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Sonntag, 18. Juni 2017, 19:24

Danke für den Bericht! Schön zu lesen und gut zu wissen, darauf noch ein Sahnehäubchen aus extrem schicken Umbauten. :thumbup_1:

SiamTiger

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Dienstag, 27. Juni 2017, 06:34

Bitte, bitte :)

Das neue Warhammer 40.000 Spielset Dark Imperium ist jüngst erschienen und ich habe mir die Box mit ein paar Leuten geteilt, und daraus zwei Plague Marines der Death Guard behalten, sowie die 20 Pox Walker und eine Handvoll Primaris Space Marines. Für diesen Artikel halte ich den Fokus auf den Anhängern von Großväterchen Nurgle.
Die Pox Walkers haben ihren eigenen Gussrahmen, der zwei Mal in der Box enthalten ist (daher im Grunde das gleiche Set zwei Mal) und jeweils den Körper eines Death Guard Plague Marines enthalten. Ich habe mich aber für die Plague Marines 8a und 8g entschieden.



Die Plague Marines sind riesig und tragen die unverkennbaren Mark IV Rüstungen, korrumpiert durch die krankheitsinfizierten Mutationen des Nurgle, Hufartigen Stiefeln und der aufgedunsenen Rüstung. Diese sind Games Workshop wirklich gut gelungen. Im zweiten Bild sieht man den Größenvergleich mit herkömmlichen Plastik Chaos Space Marines und einem alten Plague Marine von Jes Goodwin aus ~1990.


Die Pox Walker, den Chaoskultisten des Nurgle, passen recht gut zu den regulären Chaoskultisten aus der Dark Vengeance 6. Edition Grundbox. Die Pox Walker sind allerdings deutlich überzeichneter als die regulären Kultisten, hier muss ich wohl mit ein paar Kopftäuschen und anderen Umbauten ran. Viele der grinsenden Köpfe kommen nicht diabolisch sondern eher albern rüber, das muss geändert werden.


Zu den Pox Walkers hat das großartige WilhelMiniatures Blog ein paar Ideen für Umbauten um die Jungs etwas gesetzter wirken zu lassen. Das Entfernen der zahlreichen Hörner und Stacheln hilft da ungemein. Außerdem bin ich kein großer Fan von Dubletten, daher geht da noch Einiges.



Hier dann noch eine kleine Gruppe mit zwei der Putrid Blightkings, die ich so umgebaut habe, damit sie ins düstere 40k passen. Zur Linken ein Gräuel mit Kettenaxt und Rechts Außen ein Gladiator (Pit Slave) mit dem Mal des Nurgle. Sigur vom Battlebrush Studio hat sich bereits mit Farbe dem Nurgle Part des Dark Imperium Set genähert, wie man hier auf Tale of Painters sehen kann.

Und obwohl Dark Imperium gerade erst erschienen ist, kommt direkt Nachschub hinterher. Zwei kleinere Spielsets werden wohl ab diesem Wochenende vorbestellbar sein, darunter First Strike für etwa 25-35 Euro, und wird für beide Seiten weitere Miniaturen und Posen enthalten. Die Reivers sehen großartig aus, mehr Primaris zum umbauen, 6 neue Pox Walker Posen und drei weitere Death Guard Plague Marine. Zu dem Preis und dem Inhalt, kann ich nicht Nein sagen.

Als nächstes widme ich mich in einem kurzen Beitrag den Primaris Space Marines. Bleibt gespannt und wie John Green gerne sagt - Don't forget to be awesome!

DonVoss

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Dienstag, 27. Juni 2017, 07:35

Schöne Analyse und danke für Ausblick... :thumbup:

Habe zuerst auch etwas gezögert bei den Poxwalkern, aber inzwischen mag ich sie.

Cheers,
Don

SiamTiger

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Samstag, 29. Juli 2017, 11:04

Ihr wundert euch vielleicht, warum es so ruhig war im Juli auf dem Chaosbunker. Diejenigen die mir auf Faceboook folgen, haben es wahrscheinlich schon mit bekommen, ich war in Neuseeland / Aotearoa für einen Monat.



Es war eine großartige Reise und ich bin sehr glücklich und froh darüber, diese Erfahrung in diesem Umfang gemacht zu haben. Die Reise begann in Auckland und endete in Christchurch, deckte beide Inseln ab und ging über unzählige Kilometer entlang der Küste und durch die Mitte der Inseln. Ich möchte meine Eindrücke dieses wunderschönen Lands in den kommenden Woche mit euch teilen, da es unglaublich viel zu sehen gibt, was für Wargamer jeder Art interessant sein dürfte.

Man kann nicht über Neuseeland sprechen und nicht an die Inszenierung von JRR Tolkiens Mittelerde durch Peter Jackson denken, daher war Hobbiton ein absolutes Muss für uns auf der Reise. Ich habe einiges an Bildern geschossen, da die Details vor Ort an den vielen Gebäuden in dem kleinen Dorf so unglaublich tolle Anregungen für Geländebauer sind. Hobbiton ist einen Artikel für sich selbst wert - daher schaut die kommenden Tage wieder rein.



Über die Inseln verteilt finden sich in den Städten zahlreiche Mahnmale und Bauwerke die zur Erinnerung an jene gedacht sind, die ihre Leben in den Weltkriegen verloren haben. Selbst die Museen die eine breite Anzahl an Themen abdecken, tragen Namen die in direktem Zusammenhang mit den Kriegen stehen.



Viele der Museen decken dabei interessante Ausstellungsstücke die von den Kolonialzeiten, über Beiträge von Weta Workshop bis hin zu Panzern gehen.



Und als großer Perry Fan, konnte ich natürlich nicht in Neuseeland sein und dann nicht die Great War Exhibition von Peter Jackson besuchen. Das unglaublich große Diorama zur Schlacht von Gallipoli mit mehr als 5.000 Miniaturen im 54mm Maßstab! Man kann beim Armchair General einige Bilder vom Bau der Ausstellung sehen. Auch hier werde ich einen eigenen Artikel zum Museum und dem Diorama verfassen.




Die unterschiedlichen Landschaften unterscheiden sich teils sehr stark voneinander und sind trotzdem häufig nur eine halbe Stunde voneinander entfernt. Die Aussichten sind unglaublich beeindruckend und ich habe meine persönliche "Grand Tour" sehr genoßen. Über die verschlungenen Serpentinen in den Bergen oder den langen Gerade in den Tälern. Einfach nur alleine auf der Straße und Kilometer lang niemand vor oder hinter einem. Manches was wir gesehen haben, fühlte sich an wie "zu Hause" und anderes so exotisch und fremdartig, dass beides auf der SD Karte der Kamera landete. Hier dürften tolle Anregungen für Geländebauer dabei sein, und zwar sehr breit, egal ob man nun Mittelerde oder weit entfernte Planeten abbilden möchte.




Die meiste Zeit hatten wir in den recht einsamen ländlichen Gegenden verbracht, weshalb es immer wieder eine kleine Umstellung war, wenn man dann doch mal in einer der wenigen, größeren Städte war. In Christchurch habe ich mich mit dem "Hobby-Auswanderer" Falk von Tabletop Fix getroffen. Darüber hinaus hatte ich wenig direkten Kontakt mit dem Hobby am anderen Ende der Welt, aber in meinen Fingern kribbelt es schon länger mich mal wieder an den Basteltisch zu setzen.

Wie geht es jetzt weiter? Ich bin gestern früh nach zwei ~11 stündigen Flügen von Christchurch via Singapur in Frankfurt gelandet. Der Jetlag hat mich nicht so hart getroffen, weshalb ich recht nah am Normalprogramm bin. Ich muss noch ein paar Päckchen einsammeln, die während meines Urlaubs hier angekommen sind (Vorfreude!) und die Bilder für die Neuseeland-Berichterstattung weiter aufbereiten. Daher würde ich an diesem Wochenende nicht von einem weiteren Update ausgehen, eher früh in der kommenden Woche. So, das war's für heute, habt ein großartiges verbleibendes Wochenende und passt auf euch auf!






moiterei_1984

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Samstag, 29. Juli 2017, 12:38

Mann, mann, mann... sowas muss ich auch noch mal machen! Freu mich schon auf die Bilder.

SiamTiger

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Samstag, 5. August 2017, 08:09

Relativ spät im Juni, kurz vor meinem Urlaub, hat Games Workshop eine weitere Welle an made-to-order Blood Bowl Teams auf Warhammer Community angekündigt, darunter auch Halblinge.





Games Workshop würde das 3. Edition Blood Bowl Team der Halblinge von 1994 für eine Woche verfügbar machen. Es wurde damals von Gary Morley geknetet (ich war der Annahme, dass es von den Perrys stammt, da die sich auch um die Halblinge der regulären Warhammer Range gekümmert hatten) und die Miniaturen sind noch recht fit, wenn man überlegt, dass es sich um mehr als 20 Jahre alte Modelle handelt. Außerdem gab es den Koch vom Halblingssuppenkatapult als kleinen Bonus dazu. Der Kerl war dann auch wirklich von Alan Perry modelliert.

Das Team gab es in verschiedenen Bundles, darunter auch eines mit dem moderneren Bloow Bowl Baummensch, aber ich habe mich für das klassische Setup mit 12 Halblingen und dem Koch entschieden. Am 24. Juni bestellt, und da GW die Sachen eben nur auf Bestellung gießt, wurden 3 Wochen Lieferzeit angegeben. Das Paket wurde knapp anderthalb Wochen später verschickt am 6. Juli und kam die darauf folgende Woche an.

Games Workshop verpackt die Sachen in den kleinen weißen Kartons, die bereits seit längerer Zeit für die Mail Order Produkte verwendet werden. Besonders als man noch Zinnminiaturen als Kernprodukte anbot. Darin ist ein durchsichtiger Plastikblister enthalten, der die 13 Miniaturen mit den alten 25mm Rundbases enthält. Man war früher großzügiger mit den Bases, die mittlerweile exakt abgezählt sind.





Dieses Team ohne Big Guys, aber mit dem Koch, hat 42 Euro gekostet. Das entspricht bei 13 Modellen 3 Euro pro Halbling, was fair ist und ein angemessener Preis für Zinnfiguren. Wenn ich versucht hätte, das Team gebraucht zu kaufen, wäre es zum einen schwierig geworden überhaupt an Halblinge zu kommen und dann sicherlich zu einem Preis von 50-75 Euro.
Was mich positiv überrascht hat, war die Auswahl der Posen. Man hat alle 6 Posen je zwei Mal eingepackt. Manchmal werden bei Neuauflagen oder größeren Miniaturensets Posen nicht mehr angeboten oder es geht mehr darum, dass man seine Anzahl an Modellen erhält und nicht zwingend eine ausgewogene Auswahl.




Der Guss ist sauber und scheint aus den alten Formen zu stammen, da es keine doppelte Gusslinie oder schwache Details gibt. Es gibt ein wenig Flash und kleinere Gussgrate, aber alles im üblichen Rahmen, wie man es von Zinnminiaturen gewohnt ist.

Ich habe eine kleine Auswahl an Blood Bowl Teams (die meisten aus der 3. Edition), hatte aber nie Stunties (also Goblins oder Halblinge). Und da der Preis echt fair ist, habe ich zugeschlagen. Deutlich einfacher und sicherer als mit den Facebook Gruppen oder eBay. Ich habe mich gegen den Blood Bowl Baummensch entschieden, da dieser erst 2000 zur 4. Edition erschien und nicht wirklich mit dem Oldhammer Stil der Morley / Perry Modelle funktioniert. Daher hatte ich mich nach zwei klassischen Baummensch der Waldelfen umgesehen, da diese in den 90ern als Big Guys / Starspieler für das 3. Edition Blood Bowl Halblingteam angeboten wurden. Dabei wurde schon Baummensch A als Deeproot Strongbranch vermarktet. Habe mir beide Varianten geholt für entsprechende Abwechslung.





Da Games Workshop die Übersetzungen der weiteren Blood Bowl Regeln gekippt hat, habe ich auch die weiteren Deathzone Bücher nicht gekauft. Das ist auch kein Problem, denn es gibt eine PDF mit den Regeln für die Halblinge hier - legal und offiziell - von Games Workshop.

Mir gefällt der Made-to-Order Service von Games Workshop. Manche Angebote sind angemessen und es ist eine bessere Wahl als die vielen Abzocker die man online findet. Einige Preise in den Handelsgruppen und auf eBay sind einfach nur lächerlich und man hat die Gefahr von Nachgüssen. Da bei Blood Bowl / Fantasy Football aber auch eine große Auswahl an Drittanbietern besteht, kann man hier - sofern man möchte - auf Alternativen ausweichen. Sogar bei Halblingen. Da ich schlechte Erfahrungen mit Willy Miniatures gemacht habe (sehr sprödes Zinn, die Oberfläche ist sehr rau und mit Rissen, manchmal brechen Modelle / Modellteile auch ab), waren mir die beiden Teams einfach zu teuer und auch nicht in der Qualität, die ich mir vorgestellt habe. Die bessere Alterantive, sofern man nicht das Original haben möchte - sind die Black Scorpions Halblinge.
Es gibt ein kleines Team mit 10 Halblingen und einem Baummenschen für 25 GBP oder die volle Dröhnung mit 14 Halblingen und zwei Baummenschen (leider Doubletten) für nur 40 GBP. Das ist ein echtes Angebot und der Guss ist sehr solide. Für alles Mögliche rund um das Thema Blood Bowl, kann ich nur dieses Projekt hier empfehlen - Blood Bowl Miniatures. Sehr breiter Fundus um alle möglichen Miniaturen zu Blood Bowl.

Wie dem auch sei, ich bin recht glücklich mit meinem klassischen Blood Bowl Team, und werde ich evtl. noch zwei Spieler hinzufügen um das Team auf Maximum zu haben. Ich kann mir Grün und Gelb, wie bei den Greenfield Grass Huggers damals gut vorstellen, aber mit einem etwas lustigerem Namen. Vielleicht sowas wie die Mootland Cocky Roosters.

Wie waren eure Erfahrungen mit dem Made-to-Order Service soweit? Habt ihr auch die Gelegenheit genutzt um euch ein paar ältere Sachen zu sichern oder wartet ihr noch auf eine Neuauflage? Sollten die Goblins nochmal angeboten werden - wobei ich da wegen der neuen Plastikmodelle nicht von ausgehe - würde ich mir die wohl ebenfalls holen. Da ich wegen des Orkteams bereits die Goblin Starspieler sowie Trolle und Co besitze, wäre es eine einfache Ergänzung.

SiamTiger

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Sonntag, 6. August 2017, 14:24

Im Juli, vom 12. - 15., fand die Historicon 2017 in Fredericksburg, VA (Virginia, Vereinigte Staaten) statt. Es ist eine der größten Tabletopveranstaltungen in den Staaten und wird von der HMGS, Historical Miniature Gaming Society organisiert. Im nächsten Jahr geht es übrigens wieder zurück nach Lancaster, Pennsylvania, nach dem man 2009 diesen Veranstaltungsort verlassen hatte. Wie viele andere Consund Events, hält auch die Historicon eine besondere Eventminiatur für die Besucher bereit und hier hat man sich in den vergangenen Jahren mit Warlord Games zusammengetan und die Miniatur während der Show auch im Onlineshop verfügbar gemacht, für die jenigen die es nicht nach Fredericksburg schaffen. Das ist nicht nur für uns Europäer eine nette Sache, aber auch für viele Amerikaner, trennen Ost- und Westküste mehrere Tausend Kilometer.




Nach dem man 2014 Lt. Dick Winters, 2015 einen Rotrock von Waterloo, und 2016 Harry Flashman als Eventminiatur hatte, ist es in diesem Jahr zum 100 Jährigen Jubiläum der Panzerwaffe das deutsche Panzerass Kurt Knispel.

Warlord Games hat Knispel als Einzelminiatur oder im Bundle mit Panzern angeboten. Der Einzelpreis von 10 GBP war schon recht hoch, da in der Vergangenheit die Historicon Miniaturen 5 GBP gekostet haben. Zusammen mit einem Panzer erhielt man einen besseren Preis, und ich habe mir da den Tiger II ausgesucht. Eine kurze E-Mail an den Warlord Kundenservice, ob man statt der Zimmerit-Version eine ohne beipacken könnte, wurde zügig und positiv beantwortet. Neben dem Panzertausch habe ich sogar eine kostenlose Ausgabe der Wargames Illustrated erhalten.




Ich hatte ein wenig Pech mit den Panzern. Bei dem Comet, auf den ich schon lange gewartet habe und um Porto zu sparen mitbestellt hatte, waren kleinere Resinteile abgebrochen. Das ist zwar ärgerlich, aber nichts, was man nicht hinkriegt. Ich muss nur sicherstellen, dass sie mir in der Zwischenzeit nicht abhanden kommen. Beim Tiger II war zwar alles dran, aber die breiten Ketten doch gut verzogen, das wird dann echt Arbeit mit heißem Wasser. Aber darüber hinaus guter Guss, keine Lufteinschlüsse oder Verunreinigungen oder halbausgeprägte Details.





Aber zurück zum Hauptdarsteller, Feldwebel Kurt Knispel. Es ist eine dreiteilige Vignette, mit großem Sockel, einer Munitionskiste mit Schild und Knispel selbst. Der Guss ist anständig und für den Zusammenbau benötigt man keine Anleitung. Ich könnte mir auch vorstellen, den rechten Fuss mit einem Magneten oder Stift zu versehen um die Miniaturen auch auf einem Panzer einzusetzen. Die Regeln für Knispel sind in der Tank War / Panzerschlachten Erweiterung zu finden.





Darüber hinaus bin ich zur Zeit damit beschäftigt die Neuseelandbilder nachzubereiten, um euch die Berichterstattung über Hobbinton und die Museen vorzustellen.





Was steht als nächstes an? Ich arbeite an ein paar Reviews zu Panzerbausätzen, von Rubicon und Warlord, und ein paar Osprey Büchern. Nach Knispel würde ich ganz gerne eine Miniatur von Otto Carius sehen. Der würde sich großartig auf einem Jagdtiger machen.

SiamTiger

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230

Sonntag, 13. August 2017, 10:48

Aufgrund der Bilderbeschränkung die Einleitung mitsamt Link: http://www.chaosbunker.de/?p=13360&lang=de

Dieser Artikel ist für die Geländebauer und Herr der Ringe Fans. Der erste Eigenständige über die Neuseelandreise, viel Spaß beim lesen!

Unser erster Stop auf der Route durch die Nordinsel Neuseelands, nach dem wir in Auckland gelandet waren, war nahe Matamata in Hobbiton / Hobbingen. Während man durch Waikato fährt, merkt man bereits das "Auenland"-Gefühl und etwa eine halbe Stunde vor Ankunft weiß man auch - das muss hier sein! Morgens war es etwas bewölkt, der Himmel klärte sich allerdings im Laufe des Vormittags auf.




Die Hobbiton Movie Set Tour beginnt in der Nähe von Matamata, im Shire's Rest. Es ist ein kleines Cafe mit angeschlossenem Geschäfts. Von dort starten die Busse und fahren die Gruppen auf das frühere Filmset. Im Juli ist Winter in Neuseeland, weshalb wir mit weniger Leuten gerechnet hatten. Aber die Lions Tour (eine britisch-irische Rugby Auswahl reist nach Neuseeland und spielt dort gegen die Super Rugby Teams sowie die neuseeländische Nationalmannschaft All Blacks) war zeitgleich, weshalb zahlreiche Briten und Iren, in den unverkennbaren roten Fanartikeln der Gäste, dabei waren. Die Eintrittskarten für die etwa 1,5 - 2 Stunden lange Tour kosten etwa 80 NZD (~50 EUR) und sollten frühzeitig gebucht werden, da sogar im Winter die Führungen gerne ausverkauft sind.




Im Bus läuft ein Film und erzählt die Geschichte der Gegend. Die Besucher werden von Sir Peter Jackson begrüßt und in die Ursprünge von Hobbiton, einer sich im Besitz der Familie Alexander befindenden Farm, eingeführt. Das ganze Dorf Hobbiton war nur ursprünglich nur eine temporäre Aufbaute und wurde nach den Herr der Ringen Filmen wieder zurückgebaut. Aber nach dem erneuten Aufsetzen für den Hobbit, wurde das Dorf nachhaltig aufgestellt, um nach den Dreharbeiten später als Touristenattraktion genutzt zu werden.

Die Touren sind geführt, man ist also nicht auf eigenem Fuss unterwegs. Unsere Gruppe wurde von einer sehr freundlichen und motivierten Kiwi namens Kim betreut, die dafür sorgte das alle sicher im Green Dragons Inn ankamen und man die Gelegenheit hatte genügend Bilder zu schießen.




Hier geht es weiter: http://www.chaosbunker.de/?p=13360&lang=de

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Sonntag, 13. August 2017, 10:56

Toller Bericht aus Neuseeland, sehr interessant und beeindruckende Bilder :) Macht echt lust auf "auch mal hin..." .."irgendwann" :blush2:

SiamTiger

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Sonntag, 20. August 2017, 19:37

Letzten Sonntag, kurz nach dem ich den Artikel zu meinem Besuch auf dem Herr der Ringe Hobbiton Movie Set fertig gestellt hatte, sind die ersten Informationen vom Forge World Open Day hereingetröpfelt. Und da waren ganz schön heißes Sachen dabei. Die ersten Gäste in der Schlange bekamen diesen Flyer in die Hand gedrückt und der kündigte die Neuauflage von Necromunda an!





Games Workshop hat sich verändert, das hatte ich bereits in einem älteren Beitrag zusammengefasst (siehe Games Workshop erfindet sich neu?), aber es hat sich einiges getan. Während man früher noch warten musste bis die Blogger von den Veranstaltungen zurück waren, um mehr oder wenige passable Bilder zu sehen, haut Games Workshop jetzt die Infos selbst raus mit schick aufbereiteten bildern. Und da Necromunda ein so wichtiges Thema ist, hat es sogar einen eigenen Beitrag auf Warhammer Community bekommen (daher stammen auch die offiziellen Bilder aus diesem Artikel).





Zur Neuauflage, mit dem Fokus auf die Miniaturen und das Design. Mir gefällt das neue Logo mit dem verschmolzenem Schädel / Aquila Logo. Das neue Design der Miniaturen ist stark überarbeitet, aber ich hatte auf Basis des Artwork der Escher etwas anderes erwartet. Da ist eine große Lücke zwischen den beiden Escher Gangern, die erste mit Pistole und Halbmaske ist so überhaupt nicht mein Ding, da sie auch zu sehr wie irgendwas aus der Dark Eldar Range aussieht. Aber die Zweite, die ist einfach Bombe, mit den High Heels, dem Iro-Haarschnitt und dem Gewehr in die Hüfte gestemmt. Das ist ein großartiges Design und einfach sehr Necromunda. Zu den Goliath, tolle Überarbeitung, beide Posen gut gelungen, sehr breit, sehr maskulin. Jetzt sehen sie auch aus, wie die massigen Eisenarbeiter, die sie laut dem Fluff auch sein sollen. Mit Masken und an Werkzeug erinnernde Waffen (hatten wir beim Genestealer Kult auch schon). Das die Goliath nun auf 32mm Bases stehen, ist noch mal ein anderes Thema, und wird stark davon abhängen ob die anderen männlichen Ganger auf 25mm gepackt werden und das nur den Goliath vorbehalten ist, umuzizeigen, dass diese eben ziemliche Fleischberge sind. Die Banden erhalten Plastikbausätze, mit doppelten Gussrahmen wie die von Blood Bowl. Dafür wohl nur 5 statt 6 Modelle pro Gussrahmen und stärker auf Austauschen von Einzelteilen ausgelegt, wie beim Zwergenteam. Mit den kürzlich erschienen Primaris wurden die ganze True-Scale Umbauten von Space Marines deutlich einfacher, und es wäre eine Schande, wenn man diesen Vorteil jetzt wieder auflösen würde, wenn alle normalen Menschen auch vergrößert werden. Aber dazu unten mehr.

Necromunda wird mit einem Zweispieler Starterset herauskommen, mit einer Produktpalette ähnlich Blood Bowl (also geteilt zwischen Forge World und Games Workshop). Das heißt das die oben gezeigten Miniaturen aus Plastik kommen. Ein paar Gussrahmen sind wohl schon in den fähigen Händen von John Blanche gelandet, dem Mann hinter Blanchits. Das Bild unten zeigt einen (umgebauten?) Goliath Ganger, der für ein paar Tage auf Instagram gezeigt wurde.





Ich sehe das geteilte Erscheinen bei Forge World und Games Workshop mit gemischten Gefühlen. Wenn es wie Blood Bowl wird, dann haben wir mit etwas Glück sehr fair bepreiste Plastiksets, mit zwei Gussrahmen und ein paar Optionen. Aber die besonderen Modelle, werden dann soviel kosten wie eine Gang Box, und damit kann ich mich nicht wirklich anfreunden. Und wenn dazu dann noch diese unsinnigen Aktionen dazu kommen, wie bei Blood Bowl (die Schiedsrichter die nur 4 Wochen verfügbar waren), dann wird das gegenüber der Community ein noch größeres Problem.

Die Tiny Plastic Spacemen haben die Zeit aus dem Forge World Open Day genutzt um mit ein paar der Entwicklern zu sprechen und haben Informationen zu der Neuauflage zusammengetragen. Daher hier ein paar Eckdaten und Gerückte, ergänzend zu meiner persönlichen Meinung.

  • Das Spiel wurde vor dem Warhammer Fest geschrieben und hat ein eigenes Entwicklerteam, das nicht an Shadow War Armageddon gearbeitet hat.
  • Das Spiel wird vereinfacht und die Banden werden bis zu 10 Modelle groß (beim Original umfassten die meisten Gangs etwa 12-13 Modelle).
  • Aktivierung wird abwechselnd auf einzelne Modelle umgelegt und nicht mehr I-Go-You-Go / Ich ziehe, du ziehst, wobei dann die ganze Gang sich bewegt und schießt.
  • Bosse können mehrere Modelle aktivieren oder andere Modelle mehrfach aktivieren (daher ist das Ausschalten von Bossen ein großes Ding)
  • Es basiert auf der 8. Edition von Warhammer 40.000, aber mit mehr Details.
  • Komplette Kampagnenregeln sind dabei.
  • Es gibt Kampagnenpunkte die wie Erfahrungspunkte für die Ganger ausgegeben werden können.
  • Man kann neue Ganger kaufen, anstelle bestehende Modelle für neue Waffen auszutauschen.
  • Es wird Profilwerte für Intelligenz, Willensstärke und Nerven wie bei Rogue Trader geben.
  • Man kann unterschiedliche Ganger für jede Schlacht wählen.
  • Die Spiele sollen 30 Minuten dauern.
  • Abgewandelte Kontrolle des Spielfelds, man kann Hive Karten verwenden wenn man möchte.
  • Vier Gangs sind bereits fertig, mit Sechs Gangs die bei der Veröffentlichung verfügbar sein werden.
  • Erweiterungen und Modelle werden wie bei Blood Bowl herausgebracht.
  • Kein Gelände in der Startbox, da die meisten Clubs und Gruppen bereits über Shadow War und andere Wege Gelände besitzen.


Wie oben bereits erwähnt, die Blood Bowl Marketingmethode hat Vor- und Nachtteile. Und ich bin mir nicht sicher bzgl. der "Kein Gelände in der Startbox"-Thematik. Entweder erhalten wir hier eher ein günstiges Einsteigerset mit Pappspielplan (wie manche der Semi-Brettspiele) oder einen ernüchternden Start, da ich mir keine 100+ Euro Box mit Regeln und zwei Gangs vorstellen kann. Die schnellen 30 Minuten Spiele klingen interessant, und die kleineren Gangs sollten das unterstützen.

Zum Maßstab, ich habe ein paar Bilder vorbereitet. Die Escher Gangerin wurde deutlich größer. Das sind knapp 7mm Unterschied. Und ja, sie trägt Absätze, aber das ist immer noch ein ziemlicher Sprung. Die Goliath sind nicht soviel größer geworden, aber deutlich breiter, inklusive dem Sprung auf 32mm Rundbases.





Falls Necromunda für dich neu ist, und du ein paar Informationen zu dem früheren Specialist Games haben möchtest, kann ich nur die Yaktribe Community empfehlen. Ich denke, dass es eine gute Sache ist, dass diese neuen Miniaturen verfügbar sein werden, da der Gebrauchtmarkt für die Sidekick Spiele von Games Workshop schwierig ist und Necromunda im Gegensatz zu Blood Bowl nur über sehr wenige Dritthersteller verfügt. Dennoch, die 20 Jahre alten Modelle sind gut gealtert und ich bin mehr als zufrieden mit meiner Sammlung aus den 90ern. Aber mit den ganzen Neuheiten die da kommen werden, Gelände, Regeln usw. ist das eine gute Entwicklung und dürfte auch Produkte abdecken, die für jene attraktiv sein dürften, die bei ihrer bestehenden Sammlung bleiben möchten.

Wie habt ihr auf die Ankündigung reagiert? Freut ihr euch auf die neuen Modelle? Worauf wartet ihr am meisten?

moiterei_1984

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Sonntag, 20. August 2017, 22:06

Ich stehe diesem Release irgendwie mit gemischten Gefühlen gegenüber. Einerseits bin ich ein großer Fan des 40k Hintergrundes (der 90er Jahre, nicht des "schneller, größer, tödlicher" von heute) und fand die Specialist Games immer sehr interessant, auch wenn ich sie mir damals zusätzlich zu 40k nicht leisten konnte. Andererseits lassen mich die ganzen neuen Miniaturen irgendwie kalt. Ich finde man merkt, dass da keiner mehr die Minis händisch knetet, sondern dass das alles irgendwie am Computer zusammengebastelt wird. Es mag vielleicht albern klingen, aber ich finde dass die ganzen kleinen "Macken" die beim kneten per Hand einfach unvermeidlich sind, der Miniatur erst wirklich Leben einhauchen. Mal ganz davon abgesehen, dass ich den Faltenwurf an nahezu sämtlichen Miniaturen der letzten Jahre vollkommen daneben finde... keine natürlichen fliessenden Stoffe, sondern eckige !?!? Knitterfalten.

SiamTiger

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Dienstag, 22. August 2017, 21:16

Wellington, die Hauptstadt Neuseelands, hat viele verschiedene kulturelle Anlaufstellen zu bieten, darunter auch Te Papa Tongarewa, das Nationalmuseum, dessen Name aus Maori sich etwa in "Der Ort der Schätze dieses Landes" übersetzen lässt. Te Papa deckt viele verschiedene Ausstellungen ab, die sich mit der Geschichte, der Flora und Fauna und anderen Themen mit Kiwi-Bezug befassen. Eine der aktuellen Ausstellungen, in Kooperation mit Weta Workshop entstanden, ist Gallipoli - The Scale of our War. Die Ausstellung ist dabei nicht mit der Great War Exhibition im Anzac Park zu verwechseln, die hier später auch noch vorgestellt werden wird.

The Papa ist ein sehr großes Gebäude in der Bucht von Wellington und bietet mehrere kostenfreie Ausstellungen, Gallipoli ist zwischen April 2015 und April 2019 zu sehen.





Die Aufmachung dieser Ausstellung erinner von der Wahl der Schrift und Design etwas an Flames of War, und da Battlefront ebenfalls aus Neuseeland stammt (allerdings aus Auckland, nicht Wellington), könnte da sogar etwas dran sein. Weta Workshop, das Special Effect und Design Studio, das häufig eng mit Peter Jackson arbeitet und an Filmen wie der Herr der Ringe, der Hobbit, Warcraft The Beginning und Avatar mitgewirkt hat, steuert überlebensgroße Skulpturen zu dieser Ausstellung bei. Die Szenen des Krieges werden in 2,4-facher Größe dargestellt und weisen ein unglaublich hohes Maß an Details auf.





Die Skulpturen sind sehr realistisch, mit feinen Haaren, Bartschatten und Flecken von Blut, Schweiß und Tränen. Jede der Figuren bildet einen Moment aus dem echten Leben des ersten Weltkriegs ab. Oben sehen wir Spencer Westmacott, einem Lieutenant des Auckland Infantry Battalion.

Die Reise durch diesen Teil der zweiten Etage von Te Papa ist in die unterschiedlichen Phasen des Krieges gegliedert, fokussiert dabei aber das ANZAC (Australisch Neuseeländisches Armeekorps) und seine Aktivitäten in und um Gallipoli. Dabei werden auch Uniformen, Ausrüstung und Waffen gezeigt.









Die nächste Überlebensgroße Figur ist Lt. Col. Percival Fenwick. Der Feldarzt beugt sich über einen verwundeten Soldaten, den er von seinen Verletzungen nicht retten kann.





Zwischen den großen Skulpturen sind andere Ausstellungsstücke zu sehen, z.B. Dioramen wie dieses, welches eine Befestigung an einem Berghang zeigt, und natürlich zahlreiche Memorabilia.





Die dritte Skultpur ist eine sehr tragische Person, Private Jack Dunn, der zum Tode verurteilt wurde, da er beim Wachdienst auf Quinns Post eingeschlafen war. Dunn war noch nicht wieder vollkommen genesen von seiner vorherigen Erkrankungen und von den Einflüssen des verdorbenen Essens, der Hitze und der Krankheiten der Erschopfung erlegen. Die Todesstrafe wurde später von General Hamilton aufgehoben und Private Dunn kehrte zurück an die Front.





Die vierte Szene ist eine Maschinengewehrabteilung des Maori-Kontingent. Sehr beeindruckend, da man die Anspannung der Mannschaft sehr gut eingefangen hat und das riesige Maxim Maschinengewehr unglaublich imposant wirkt.





Es gab außerdem dreidimensionelle Karten, die beleuchtet wurden und die verschiedenen Kriegsschauplätze zeigen. Darüber hinaus gab es weitere Ausstellungsstücke, wie diese Maschinengewehre und Zitate der Generäle und Soldaten, die auf beiden Seiten dieser Kampagne kämpften.





Die fünfte Installation, die Krankenschester Lottie Le Gallais überspringen wir, direkt zur sechsten und letzten Figur Sgt. Cecil Malthus. Das Museum bietet Mohnblumen aus Papier an, auf die die Besucher ihre Gedanken und Eindrücke schildern können und diese dann zu Füßen des Soldaten ablegen können.





Die Ausstellung ist sehr emotional und bewegend, da sie diesem 100 Jahre zurückliegenden Konflikt ein greifbareres Gesicht verleiht. Nicht nur Zahlen, Uniformen und Waffen, sondern echte Personen mit soviel Liebe zum Detail, dass es schon fast erschreckend ist. Die Geschichte jeder einzelnen dieser Personen wird erklärt, und baut so eine menschliche Verbindung auf, die für einen sehr eintauchenden Besuch
sorgt.

Dies war der erste Halt mit Kriegsbezug auf der Reise durch Neuseeland und ich freute mich schon sehr auf den darauf folgenden Besuch im Great War Exhibition, der hier ebenfalls abgedeckt werden wird (mit knapp 100 Bildern!). Wenn man in Wellington ist, sollte man mindestens 3 Tage einplanen, da es eine sehr schöne Stadt ist, in der es viel zu sehen gibt. Nicht nur die Museen, auch die Sehenswürdigkeiten und vielen Bars, Cafes und Restaurants der Hauptstadt.

Man sollte sich nur ein wenig über den richtigen Zeitpunkt Gedanken machen. Wir waren zu Beginn der neuseeländischen Ferien in Wellington, was dann bei der Ausstellung für viele junge Besucher und Kinder sorgte, und die Gallipoli Ausstellung ist für ein derart junges Publikum nicht ausgelegt.

Link: Gallipoli The Scale of our War

SiamTiger

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Samstag, 2. September 2017, 07:11

Wargaming Exotic Deluxe, meine Herren! Eines der persönlichen Highlights während der Neuseeland Tour war die Great War Exhibition in Wellington. Warum? Deshalb!









Sind insgesamt 100 Bilder, weshalb ich das Ganze mal auslagere:

http://www.chaosbunker.de/?p=13407&lang=de
http://www.chaosbunker.de/?p=13410&lang=de

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Sonntag, 10. September 2017, 11:44

Die zweite Kampagnenerweiterung für die neue Edition von Bolt Action verlässt die klaren Grenzen der Geschichte und befasst sich mit einem Was-wäre-wenn Szenario, dem Unternehmen Seelöwe (Operation Sea Lion). Dahinter verbergen sich die Pläne der deutschen Streitkräfte über eine Invasion auf Großbritannien.





Sea Lion ist ein weiterer dicker Kampagnenband für Bolt Action, zumindest anhand der Seitenzahl. Mit 124 Seiten teilt es sich den Spitzenplatz mit Battle of the Bulge. Nach dem nun die Wüsten Afrikas, der harte Winter in den Ardennen und Teilen der Westfront durchgestanden ist, kommt der Krieg nun aus Sicht der Briten "heim" mit dem Unternehmen Seelöwe / Sea Lion. Die Pläne für das Unternehmen waren dabei real, wurden nur nie in die Realität umgesetzt. Die Kampagnenerweiterung liegt im neuen Preisband von 19,99 GBP / 30 USD, also etwa 25 EUR.

Die Bolt Action Erweiterung stammt aus der Feder von Dr. John Lambshead. Falls der Name euch vertraut klingt, tut er das nicht ohne Grund, denn Dr. Lamshead hat schon einige Tabletopbücher verfasst, darunter auch ein Buch über das Schreiben von Wargaming Regeln (Tabletop Wargames - A Designers' & Writers' Handbook) und es ist auch nicht seine erste Arbeit für Bolt Action, da die Germany Strikes Erweiterung ebenfalls von ihm stammt. Fun Fact an der Stelle, auch beim letzten Buch hieß die Sonderminiatur Churchill, allerdings ist es bei Sea Lion nun statt "Mad" Jack Churchill nun Sir Winston Churchill.





Worum geht es?
Das deutsche Reich plante 1939, nach dem die ersten Feldzüge in Westeuropa sehr zügig und erfolgreich abgeschlossen werden konnten, die Invasion Großbritanniens. Durch die eroberten Gebiete entlang der westeuropäischen Küste (vom französischen Kanal bis zum besetzten Dänemark), standen nun zahlreiche Hafen- und Küstenbereiche zur Verfügung, welche als Ausgangsbasis für eine großangelegte Invasionsflotte genutzt werden konnten. In der Realität existierten diese Pläne zwar, wurden aber während des Krieges immer wieder aufgeschoben. Aber in dieser Kampagnenerweiterung wurden die Pläne in die Tat umgesetzt. Daher landeten die Deutschen an ihrem eigenem D-Day, dem 21. September 1940, in drei Landungszonen zwischen Dover und Walmington-on-Sea an der britischen Südwestküste. In der Zeitleiste der Kampagne Seelöwe war die Invasion aber nach 14 Tagen damit beendet, dass die Angreifer von den britischen Truppen bis nach Dover zurückgedrängt wurden und dort gefangen genommen wurden oder sich ergeben hatten. Aber warum das schnelle Ende? Die meisten Feldzüge im Westen waren nach 10-14 Tagen abgeschlossen, aber auf dem Kontinent ist die Logistik für Nachschub und Verstärkung deutlich einfacher als über den Ärmelkanal. Besonders wenn man dabei noch bedenkt, dass die Briten über die größte Flotte zur damaligen Zeit verfügten und es ein einfaches gewesen wäre, den Nachschub für die deutschen Invasoren zu kappen und damit Dover in ein Dünkirchen mit vertauschten Rollen zu verwandeln.

Was kann man also auf den Seiten des Buches erwarten? Es deckt 10 Szenarien der zweiwöchigen Kämpfe ab, darunter Küstenangriffe, Belagerungen von kleineren Städten und sogar einen Attentatversuch auf Churchill (der in den Regeln ebenfalls abgedeckt wird). Ein Drittel des Buchs machen neue Theatre Selectors und Einheiten für die Briten aus, die neuen Einheiten und Armeelisten für die Deutschen kommen auf 17 Seiten und die 10 Szenarien sind eher gepresst auf 10 Doppelseiten eingebunden. Es gibt eine Doppelseite mit neuen Sonderregeln und einen kurzen Anhang, wie man dieses Buch als Grundlage für eine Kampagne verwendet. Letzteres ist wenig überraschend, da Warlord Games Campaign Sea Lion zu ihrer großen Bolt Action Sommerkampgne gemacht haben.





Erster Eindruck
Falls ihr meine anderen Rezensionen über die Zusammenarbeit von Warlord Games und Osprey gelesen habt, insbesondere die letzten Beiden über Bolt Action 2nd Edition und Battle of the Bulge, gibt es hier wenige Überraschungen - die Qualität des Buchs überzeugt. Anständige Illustrationen, wertiger Druck und Bindung und ein aufgeräumtes, ansprechendes Layout. Auf der einen Seite bin ich froh darüber, dass es bei Bolt Action Raum gibt für "alternative" Geschichte und fiktive Szenarien, aber auf der anderen Seite ist Seelöwe unglaublich fixiert auf die Briten. Ein Drittel des Buches widmet sich nur den Einheiten der britischen Verteidiger, mit allen möglichen (teilweise albernen) Verteidigungseinheiten. Heimwehr und Milizen (darunter auch die Regeln für Dad's Army) und dazu noch Verteidigungsstellungen, Panzerprototypen (u.a. TOG 1) und improvisierte gepanzerte Farhzeuge und Bewaffnung. Für meinen Geschmack hätte man einige der improvisierten Truppen zusammenziehen können, wie man es bspw. beim Volkssturm gemacht hat. Die Deutschen erhalten ein paar neue Auswahlen für Brandenburger Einheiten und lokale Kollaborateure in Form faschistischer Milizen und eine Handvoll Landungsschiffe.

Eine andere Sache die ins Auge sticht, sind die ergänzten Sonderregeln. 22 neue Sonderregeln auf einer Doppelseite um genau zu sein. Die meisten Erweiterungen für Bolt Action ergänzen das Spiel um Armeelisten und teils neue Armeelisteneinträge, setzen dabei aber auf den "Baukasten" den die Grundregeln bereits zur Verfügung stellen. Das hier wirkt deutlich stärker ins Spiel eingreifend.





Campaign Sea Lion deckt 10 Szenarien mit den folgenden Namen ab. Die Szenarien sind dabei in Patrouillen und Schlachten aufgeteilt, mit den Ersteren für kleinere 500 Punkte Spiele und den Zweiten für 1.000 Punkte aufwärts ausgelegt.


  • Scenario 1 – Brandenburger Küstenangriffe

  • Scenario 2 – An den Stränden von Kent

  • Scenario 3 – Ihrer Majestät Waffenkammer plündern

  • Scenario 4 – Überfall auf Lympne Airfield

  • Scenario 5 – Luftwaffe Down

  • Scenario 6 – Einen Hafen einnehmen

  • Scenario 7 – Die Straßenblockade ausschalten

  • Scenario 8 – Igel

  • Scenario 9 – Tötet Churchill

  • Scenario 10 – Die dreckigen Fünften


Wie spielt sich Sea Lion?
Da sich alles im Rahmen der frühen Kriegsjahre bewegt, ist die Ausrüstung vergleichsweise leicht. Die Patrouillenmissionen und die meisten der neuen Einheiten sind eher für kleinere Spiele gedacht. Daher ist Seelöwe - wenn man die neuen Sonderregeln mal außen vor lässt - ein eher puristisches, niedriger angesetztes Bolt Action. Man hat kleine Landungsgruppen deutscher Fallschirmjäger gegen bewaffnete Heimatverbände in einer kleinen Ortschaft, oder Bürgerkrieg ähnliche Szenarien zwischen Milizen in den Vororten. Für die jenigen, denen A Very British Civil War" (VBCW) ein Begriff ist, stellt Campaign Sea Lion das Verbindungsstück zu Bolt Action dar. Die Regeln der neuen Einheiten in diesem Buch könnten für andere Szenarien in den frühen Kriegsjahren oder sogar Vorkriegsjahren eingesetzt werden, wie bspw. den spanischen Bürgerkrieg oder die Aufstände in der Weimarer Republik.

Hinzukommt, Sea Lion bringt den Spielern deutscher Armeen eine interessante "Neuerung" bzw. Abwechslung - einen anderen Blickwinkel. Alliierte Spieler können auf zahlreiche Szenarien wie D-Day oder Operation Market Garden usw. zurückblicken. Jetzt ist auch die Wehrmacht dran. Natürlich konnte man dies im Vorfeld mit den verfügbaren Regeln und Szenarien des Regelwerks abbilden, aber durch das Buch ist es weniger improvisiert und ein durchdachterer Ansatz.





Wie geht es weiter?
Wegen der sehr positiven Rückmeldung von den Spielern auf Operation Sea Lion, hat Warlord Games der Kampagne in weiteres Kapitel gestiftet - Operation Gigant / Operation Sea Lion: The Second Front.
Operation Gigant greift dabei die Zeitlinie nach etwa 10 Tagen auf und befasst sich damit, was passiert wäre, wenn die Invasion nicht gescheitert wäre und der Siegeszug der deutschen Truppen fortgeschritten wäre. Die Erweiterung ist bereits erhältlich.

Darüber hinaus wurde kürzlich Bolt Action Campaign New Guinea im späten August / frühen September veröffentlicht und widmet sich den Schlachten in Australasien, an denen die US Amerikaner, Australier und Japaner teilnahmen. Durch den Veröffentlichungsplan von Osprey Publishing, wissen wir auch bereits von weiteren Erweiterungen für Bolt Action. Später im laufenden Jahr, gegen November, wird Road to Berlin erscheinen und wahrscheinlich stärker ins Details gehen über die allerletzten Monate des Kriegs, als es Battleground Europe und Ostfront getan haben. Durch Auswahlen wie die Infrarottruppen in Battleground Europe, gehe ich davon aus, dass man in Road to Berlin weitere Prototypen und was-wäre-wenn Inhalte erwarten darf.





Fazit
Wie bereits erwähnt, das Buch ist sehr anglozentrisch und daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass man mit dem Buch weniger anfangen kann, falls der Bezug zum Vereinigten Königreich fehlt. Der Qualitätsanspruch an das Buch ist ohne Frage hoch, mit dem sehr gelungenem Artwork von Peter Dennis und anderen Illustratoren. Druck und Bindung ist beanstandungslos, hier erhält man zwar ein wertiges Produkt für ~ 25 EUR, aber es könnte die Verbindung zum Inhalt fehlen.

Die Unausgeglichenheit der Einheitenauswahlen ist recht schade, da man hier mehr hätte daraus machen können, als nur ein ein paar neue Einheiten der Brandenburger. Etwas kreativer, so wie man es bei den britischen Einheiten gewesen ist. In Campaign Gigant findet sich bspw. das fiktive "Neue Deutsche England Korps" wieder, warum hat man hierfür extra ein weiteres Buch benötigt? Aber dafür gibt einem das Buch zahlreiche Ideen, wie Milizen und andere weniger erfahrende Einheiten in Bolt Action aussehen können. Daher ist Operation Sea Lion, als die fiktive Kampagne, eine gute Ausgangslage für eigene Was-wäre-wenn Kampagnen oder Hausregeln für die Zeiträume, die noch nicht "offiziell" von Bolt Action mit Regeln abdeckt sind, wie bspw. der spanische Bürgerkrieg oder andere Vorkriegsszenarien.

Warlord Games hat sich zu dem die Erweiterung mit der groß angelegten Sommerkampagne gut zu nutzen gemacht, inklusive Spielberichten, wöchentlichen Newsletter und einer interaktiven Karte. Interessante Herangehensweise und definitiv eine willkommene Abwechslung zur üblichen D-Day bis Berlin Kampagne der zweiten Weltkriegsysteme.

SiamTiger

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Donnerstag, 21. September 2017, 19:11

Rubicon Models hat den M4A3 / M4A3E8 Sherman im ersten Quartal 2017 veröffentlicht, als Ersatz für einen ihrer ersten Bausätze, den M4A3 Sherman. Der Bausatz hat eine große Überarbeitung erhalten mit neuen Optionen und Varianten, und bietet nun die Möglichkeit entweder einen M4A3 der frühen oder späten Produktion oder sogar den Easy Eight mit breiten Ketten zu bauen.





Der Sherman war der meistproduzierte Kampfpanzer des zweiten Weltkriegs und mit dem M4A3 hatte man den Auftrag vergeben, den Sherman noch einmal richtig aufzuwerten. Von den knapp 50.000 gebauten Sherman waren 4.600 Einheiten als M4A3 76mm (mit beiden Varianten der VVSS und HVSS Aufhängung) gefertigt worden, den man aus diesem Bausatz fertigen kann.
Abgedeckt ist der T23 Turm mit "nassem" Munitionslager und der 76mm Kanone mit und ohne Mündungsfeuerbremse. Die 75mm und 105mm Variante des alten M4A3 (RM280012) Bausatz sind entfallen, werden aber als Teil des Sherman M4A2 oder Mk III Bausatz wiederkommen. Der M4A3 wurde durch einen Ford GAA V8 Motor angetrieben und ersetzte die Sherman anderer Bautypen ab 1944 im aktiven Einsatz. Diese finale Versoin des Shermans wurde auch nach dem zweiten Weltkrieg noch im Korea Krieg eingesetzt und später mit Modifikationen in der Israelischen Armee.

Der Preis liegt bei 25 Euro für den Kunststoffbausatz im 1:56 / 28mm Maßstab und deckt wie angesprochen den M4A3 (in früher oder später Ausführung) und M4A3E8 ab, mit den zusätzlichen Optionen über die VVSS und HVSS Aufhängung.

Der Bausatz enthält dabei 4 Gussrahmen, eine mehrseitige Bauanleitung und einen Bogen mit Wasserschiebebildern.





Dieser Bausatz ist ein kompletter Neuanfang und teilt sich keine Gussrahmen mit dem älteren Set und wurde sogar umfangreicher mit einem zusätzlichen Rahmen um alle Teile zu umfassen (3 verschiedene Ausführungen der Ketten). Der Guss ist gelungen und detailliert. Das dunkelgraue Plastik von Rubicon hat manchmal noch etwas von dem Trennmittel, weshalb man es vor der Grundierung mit lauwarmen Seifenwasser abwaschen sollte. Dieser Tipp wird allgemein im Modellbau empfohlen. Aktuell prüft man den Einsatz von anderen Farben für den Kunststoff, daher könnten kommende Produkte in einem hellerem Kunststoff gefertigt werden.

Es ist an der Stelle wichtig anzumerken, das Rubicon eine andere Sorte des Hartplastiks / Kunststoff einsetzt, als andere Hersteller. Es handelt sich dabei um ABS Kunststoff und dieser könnte evtl. nicht richtig mit eurem Kunststoffkleber funktionieren. Ich selbst nutze Revell Contacta Professional und das funktioniert für mich, aber andere empfehlen den Einsatz von Produkten wie bspw. Tamiya ABS Cement.








Den Zusammenbau beginnend mit dem Turm haben wir die Wahl zwischen der frühen und späten Ausführung des T23 Turms. Da ich bereits drei reguläre Shermans von Rubicon habe (M4A3, 2 mit 76mm und 1 mit 105mm Geschütz), wird in dieser Review der M4A3E8 gebaut und daher fällt die Wahl hier auf den T23 Turm der späten Produktion. Rubicon bietet zu dem zwei Varianten des schweren Turm-MGs, eine für Modellbauer und eine überzeichnete für Spieler mit dickerem Lauf.







Die obere Wanne teilen sich beide Varianten, man man kann hier zwischen Kotflügeln der VVSS (Vertical Volute Spring System) und der breiteren HVSS (Horizontal Volute Spring Suspension) Ketten wählen. Man kann außerdem noch entscheiden ob man die Luken an der Wanne offen oder geschlossen haben möchte.





Falls ihr euch für den M4A3 mit VVSS Aufhängung entschieden habt, könnt ihr bei den Ketten zwischen den regulären T48 Ketten und den breiteren T54E1 Duckbill Extenders wählen. Beim E8 mit HVSS gibt es nur die breiten T80 Ketten zur Auswahl.





Mit dem nächsten Schritt, #7 in der Anleitung, gibt es die Wahl zwischen zwei Getriebeabdeckungen. Beide sind die Einzelgussteile, aber einmal mit den kleinen und einmal mit den großen Ösen. Man sollte hier insbesondere auf die Teile A02 und A10 achten, da diese sehr ähnlich aussehen und schnell verwechselt werden können. Im ersten Bild fehlt das Bauteil für den hinteren Motorraum, B08, welches in einem späteren Schritt verbaut wurde.





Wie üblich habe ich Blei in der Wanne verbaut, um das Gewicht des Bausatzes zu erhöhen. Wer den M4A3E8 in der Nachkriegsversion einsetzen möchte, kann dafür die optionalen Teile für das verbessere Auspuffsystem verwenden.





Nun ist der E8 fast fertig, es fehlen nur ein paar der optionalen Teile. Es gibt Einzelglieder der Ketten, und zwei unterschiedliche Varianten der Heckabdeckungen, eine Ablage für Zuladung sowie einen Werkzeugträger. Dazu kann man noch den Heckenschneider an der Front verbauen. Wer darüber hinaus noch passende Teile benötigt, dem sei das Allied Stowage #1 empfohlen.





Natürlich darf ein Vergleichsbild nicht fehlen. Von der linken zur rechten Seiten, Rubicon M4A3E8, der alte Rubicon M4A3 (76), Warlord Games Sherman V und Warlord/Italeri M4 Sherman. Beide Warlord Shermans tragen die 75mm Kanone und entsprechenden Turm. Der ältere Rubicon M4A3 ist mit frühem T23 Turm mitsamt 76mm Geschütz ausgestattet.





Und nun M4A3E8 vs. M4A3, mit HVSS vs. VVSS. Das zusätzliche Gepäck stammt von den Infanterie Plastikbausätzen sowie aus dem Tamiya Zubehör.





Zu guter Letzt noch ein paar Bilder aus unterschiedlichen Winkeln.





Fazit
Der überarbeitet Bausatz hat ein paar kleinere Verbesserungen erhalten und natürlich die neuen E8 Teile. Im direkten Vergleich bot der erste Sherman Bausatz den Rubicon herausgebracht hat, mehr Optionen, da der M4A3 mit zwei sehr unterschiedlichen Türmen und dazu drei Geschützen kam (75, 76 und 105mm). Da die Shermans gerade überarbeitet werden, werden diese Varianten mit den anderen überarbeiteten Bausätzen nachgereicht - in Kombination mit weiteren, neuen Optionen.

Es wird in Ergänzung zu diesem 280042 M4A3 / M4A3E8 Sherman, bei den Q2/17 Ankündigungen auch die 280054 M4A2(76)W Sherman und 280055 M4A2 Sherman / Sherman III geben, und in der Entwurfsphase sind der M4 Sherman und M4 Hybrid. Daher erwartet uns hier eine sehr breite Auswahl aus der man schöpfen kann, insbesondere mit den Produktcodes 54 und 55, hat man dann den Kern der Shermans aus Plastik zur Hand.

Die Gussqualität ist sauber und scharf. Eine überzeugende Menge an Details und angemessene Auswahl an Optionen. Der Preis von ca. 25 Euro ist angemessen. Rubicon hat sogar einen Panzerkommandanten abdeckt, aber hier ist noch Luft nach oben, da die Qualität der Miniaturen nicht mit denen der Fahrzeuge mithalten kann. Dazu kommt noch, dass dies aktuell die einzige Option für einen E8 aus Kunststoff ist und auch noch günstiger als die Mitbewerber ist (24 GBP bei Warlord Games, 25 GBP bei Blitzkrieg Miniatures). Der Bau hat mir gefallen, war klar strukturiert und einfach nachzuvollziehen. Und für mich persönlich, wenn ich die Wahl zwischen Kunststoff und Resin habe, werde ich den Plastikbausatz vorziehen, da man mehr Möglichkeiten für Umbauten hat und in der Regel weniger Mühe beim Zusammenbau.

Link: Rubicon Models

SiamTiger

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Dienstag, 3. Oktober 2017, 15:33

Rubicon hat mit dem CCKW-353 US 2,5 ton 6x6 Cargo Truck ein alliiertes Gegenstück zum hervorragendem Opel BlitzBausatz (und den dazugehörigen Zubehörsets wie bspw. Maultier) herausgebracht. Der 2,5-Tonner ist eines der leichteren Fahrzeuge aus dem Sortiment von Rubicon und wird in dieser Review näher betrachtet.



Die US Armee hat zwischen 1939 und 1940 einen 2,5t Allrad-LKW entwickelt, der bei jedem Wetter und jedem Untergrund einsatzfähig sein sollte. Der Spitzname Deuce and a Half ist von der Gewichtseinstufung abgeleitet und es wurden mehr als 550.000 Einheiten gebaut. Eine Zahl die lediglich vom Jeep übertroffen wurde.

Der Name CCKW kommt aus dem Namensbaukasten von GMC, "C" für Entwickelt in 1941, "C" für klassische Kabine, "K" für Allradantrieb und "W" für Doppelte Hinterachse. Der LKW wurde mit kurzem und langem Radstand gefertigt, wobei die kurze Version als Zugmaschine für Artilleriegeschütze gedacht war und der lange Radstand bei allen
möglichen Einsatzbereichen Verwendung fand. Die Standardversion konnte 12 Mann transportieren, wurde aber auch für viele Varianten wie Tanklaster oder Fernmeldefahrzeuge eingesetzt.

Selbst als der 6x6 M35 in den 1950ern anfing den CCKW zu ersetzen, blieb der LKW im aktiven Einsatz bis Mitte der 1960er. Viele andere Nationen nutzen den LKW auch nach dem zweiten Weltkrieg weiter und er verblieb teils sogar bis in die 1990er im aktiven Einsatz. Andere alliierte Streitkräfte, wie bspw. die UdSSR setzte auf den Studebaker US6 2,5t LKW.

Rubicon deckt in diesem 28mm / 1:56 Maßstab Bausatz die CCKW-353 Variante des LKW ab, mit optionalem MG auf dem Dach der Fahrerkabine, Stoffdach, Flachbett und Stoffabdeckung für die Ladefläche.



Der Bausatz deckt dazu alle benötigten Teile in zwei Gussrahmen ab, sowie der Fahrkabine sowie Ladeflächenabdeckung als separat gegossenen Einzelteilen. Die beiden sind auf einem Karton fixiert. Außerdem liegt dem Bausatz noch eine mehrseitige Anleitung sowie ein Bogen mit Wasserschiebebildern bei.

Der CCKW ist in dunkelgrauem ABS Kunststoff gegossen. Vor dem Zusammenbau empfiehlt es sich den Gussrahmen mit lauwarmen Wasser abzuwaschen und später den richtigen Kleber zu verwenden (Rubicon empfiehlt ABS Cement, u.a. von Tamiya erhältlich). Die Gussrahmen sind gut ausgefüllt und enthalten auch optionale Teile wie bspw. die geschlossene oder offene LKW-Plane, zusätzliche Zuladung, eine optionale zweiköpfige Besatzung (Fahrer und Schütze), das MG über der Fahrerkabine und eine Winde.



In dieser Review werde ich den Truck so bauen, wie er in den Ardennen eingesetzt worden wäre, als Teil der Brandenburger / Unternehmen Greif Truppen, also mit geschlossener Fahrerkabine und Ladefläche. Da der LKW von Einheiten in Winterausrüstung begleitet werden würde, habe ich auf die optionale Fahrerminiatur verzichtet.



Im nächsten Schritt wird das Chassis mit langem Radstand zusammengebaut. Die doppelbereifte Doppelachse ist sehr detailliert und Rubicon hat sich sogar die Mühe gemacht die Reifen an der unteren Seite etwas abzuflachen um den Anpressdruck durch das Fahrzeuggewicht darzustellen. Ein Ersatzrad wird in der Mitte des Chassis verbaut.



Der vorherige Schritt war mehr oder weniger der größte Schritt des Zusammenbaus. Jetzt wird nur noch die Fahrerkabine aufgeklebt und hier kann man zwischen der regulären Frontstoßstange und einer mit Abschleppwinde wählen. Der LKW ist quasi fertig und man kann davon ausgehen, dass der CCKW in Zukunft ähnliche Erweiterungen erhält wie der Opel Blitz mit dem Maultier oder Boxaufbau. Diese würden dann auf diesem Zwischenstand aufbauen. Ansonsten bietet der LKW in dieser Form eine hervorragende Grundlage für Einsatzbereich weit Abseits des zweiten Weltkriegs.



Egal wie man den Ladebereich gestalten möchte, gilt es nun erst einmal die Teile B03 und B18 für die Ladefläche zu verbauen. Man könnte den CCKW so beispielsweise in Kombination mit einem 40mm-Bofors-Geschütz oder .50 Kaliber Vierlingsgeschütz als Waffenträger umbauen.



Wie bereits etwas früher in der Review erwähnt, wird dieser LKW als Transporter im Schnee eingesetzt. Daher fiel die Wahl der Teile auf die LKW-Plane mit geschlossenem Heck. Alternativ kann man die Ladefläche auch mit den Holzflanken und offener oder geschlossener Heckklappe zusammenbauen, sowie optionalen Bänken für die transportierten Truppen.



Ein kleiner Vergleich mit dem Opel Blitz sowie einem Sherman Panzer. Die Abmessungen der LKW sind sehr ähnlich. Im letzten Bild noch ein Vergleich des CCKW mit einem Matchbox Model of Yesteryear LKW.



Und natürlich noch die Aufnahmen aus unterschiedlichen Blickwinkeln um die Review abzuschließen.



Fazit
Wer sich mit den Transportfahrzeugen des zweiten Weltkriegs auskennt, kann die Unterscheidung zwischen dem CCKW als US-amerikanischer LKW und dem Studebaker als sowjetischer LKW via Lend&Lease Abkommen, etwas irritieren. Rubicon hat sich hier sehr breit aufgestellt, und zwei vergleichsweise ähnliche LKW herausgebracht, wobei der Studebaker auch noch als Katjuscha-Variante verfügbar ist. Rubicon ist zur Zeit der einzige Anbieter, der alliierte / amerikanische LKW aus Plastik anbietet und mit einem Preis von etwa 25 Euro auch etwa auf dem Niveau der Resinbausätze von Warlord Games (21 GBP). Die meisten dürften Plastik bevorzugen, da es üblicherweise einfacher und angenehmer zu bauen ist, im Vergleich mit einem Resinbausatz.

Wie mit anderen Produkten von Rubicon ist auch hier der Guss gut gemacht und es gab keine Probleme mit der Passgenauigkeit. Der GMC sieht evtl. ein wenig Langweilig aus, aber mit der Vielzahl an Optionen für die Ladefläche und Fahrerkabine sollte das für genügend Abwechslung in einer 28mm Armee reichen. Wem das nicht reicht, dem sei das Allied Stowage kit empfohlen, da hier noch weitere Einzelteile enthalten sind um dem LKW eine realistischere, lebendigere Note zu verleihen.

Nach dem die Deutschen, US-Amerikaner und Russen nun mit Transportern ausgestattet wurden, sind als nächstes die Briten mit einem CMP 15 cwt Truck dran. Danach folgen wieder russische Fahrzeuge in Form mehrerer GAZ LKW.

Link: Rubicon Models

moiterei_1984

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Dienstag, 3. Oktober 2017, 15:43

Sehr schönes und faires Review auf gewohnt hohem Niveau!

SiamTiger

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Dienstag, 3. Oktober 2017, 16:02

Danke :) und keine Sorge, ich hab auch ein paar nicht-Bolt Action Sachen in Vorbereitung.

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crabking

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