Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Sweetwater Forum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

nordolf

Registrierter Benutzer

  • »nordolf« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 53

Spielsysteme: Flames of War, All out War, Space Hulk, Tanks, Hero Quest, 15mm Germanien 9-16 n.Chr.

Wohnort: Lübeck

Clubforum: Spielen im Norden

  • Nachricht senden

1

Freitag, 22. Dezember 2017, 19:29

Die Germanischen Feldzüge 9n.Chr. - 16n.Chr.

Moin,

als Neuling hier im Forum würde ich euch gerne einmal zu meinem neuen geplanten Projekt für 2018 befragen.
Wie in der Überschrift soll es nach Germanien zur Zeit der Varusschlacht sowie die darauffolgenden Feldzüge des Germanicus gehen.
Aktuell lese ich mich gerade ins Thema ein und habe von einer Handvoll Hersteller jeweils für kleines Geld römische Legionäre bestellt um sie auf Qualität, Posenvielfalt und Kompatibilität untereinander zu prüfen. Bis jetzt kamen nur die von Forged in Battle an.
Und nun zur eigentlichen Frage.
Welche Regelwerke würden für mich im 15mm Maßstab in Frage kommen?
Ich würde gerne richtige Bücher haben (nicht nur PDFs) und wenn es geht, aber kein muss auf deutsch.
Field of Glory V3 eventuell?
Wie basiere ich um möglichst flexibel für verschiedene Systeme zu sein?
Was bevorzugt ihr so und warum?

Riothamus

Erleuchteter

Beiträge: 3 771

Spielsysteme: DBA, PBI

Wohnort: Salzkotten

Clubforum: Spielen im Westen

  • Nachricht senden

2

Freitag, 22. Dezember 2017, 21:25

Field of Glory wäre natürlich gleich ein ganz großes System. (Nur die erste Version gibt es als deutsche Übersetzung.)

Das andere große typische 15 mm System wäre DBMM. (Von der aktuellen Version gibt es keine Übersetzung, aber die Übersetzung eines Spielers von der Vorgängerversion, wenn ich korrekt informiert bin.)

Um schon mit weniger Figuren zu Spielen, bietet sich DBA an. Es gibt Ähnlichkeiten mit den vorgenannten Systemen, mit 45-60 Minuten Spieldauer und nur 12 Elementen, also irgendwo zwischen 24 und 48 Figuren ist es wesentlich schneller zu starten. Für den, der den Erwerb der Regeln nachweisen kann, gibt es meines Wissens Möglichkeiten an eine Deutsche Übersetzung zu gelangen.

Von der Armeegröße liegt L'Art de la Guerre (AdG) zwischen DBA und den größeren Systemen. Allerdings wird schwere Infanterie mit mehr Basen dargestellt, so dass sich der Effekt für Römer reduziert. Das Original ist Französisch, es gibt eine Englische Übersetzung zu kaufen.

Aus dem Italienischen kommt Impetus, wieder ein größeres System.

Den genannten Systemen ist gemeinsam, dass sie mit der DBx-Basierung, die auf ältere Vorbilder zurückgeht, funktionieren. Dabei sind die Basen für 15 mm 40 mm breit und je nach Truppenteil unterschiedlich tief und von unterschiedlich vielen Minis besetzt. So in etwa: leichte Infanterie 2 Figuren, Mittlere 3, Schwere 4, Leichte Reiter 2, normale Kavallerie 3, Elefanten 1, ...

Die genannten Systeme (und es gibt noch mehr in die Richtung) stellen eine Schlacht dar. Und natürlich kann man mit 15 mm auch Skirmish spielen, oder Systeme wie Steinhagel, dass eigentlich eher für 28 mm typisch ist. Auch das funktioniert mit der DBx-Basierung.

Es ist die Frage, was Du möchtest. Wenn Du die Schlachten des Germanicus und die Varusschlacht nachspielen möchtest, dann geht es am ehesten mit FoG und DBMM sowie AdG und DBA. Für 15 mm dürften das in Deutschland die gängigen Systeme sein. Für Skirmish sind die natürlich völlig ungeeignet.

Wichtigster Tipp ist aber, sich in der eigenen Region umzuschauen, was die potentiellen Mit-, resp. Gegenspieler so spielen.
Gruß

Riothamus

Bemalte Miniaturen 2017:

28 mm: 21 Schafe, 1 Hund, 2 Zivilisten
Reiskörner: 400 Infanteristen v1.0 (7 Regimenter), davon v2.0: 268 Infanteristen (4 Regimenter)
1 Schneller Raumkreuzer Orion VIII Durchmesser 10 cm

Bemalzeit ab März 2017: 26 h

Camo

Administrator

Beiträge: 1 719

Spielsysteme: SAGA, DBA, Bolt Action, Stein- bzw. Kugelhagel

Wohnort: Kreis Pinneberg

Clubforum: Spielen im Norden

  • Nachricht senden

3

Freitag, 22. Dezember 2017, 21:46

Mmmmhhh, Steinhagel besser nicht mit der DBX-Basierung... damit funktionieren die Formationen eher nicht, da wäre die (für 28mm) empfohlene Basierung 40x40 für 4 Figuren, 3 Bases dann eine Einheit. Für 15mm eventuell alles halbieren.
Noch sind wir zwar keine gefährdete Art, aber es ist nicht so, dass wir nicht oft genug versucht hätten, eine zu werden.
(Douglas Adams)

Riothamus

Erleuchteter

Beiträge: 3 771

Spielsysteme: DBA, PBI

Wohnort: Salzkotten

Clubforum: Spielen im Westen

  • Nachricht senden

4

Freitag, 22. Dezember 2017, 21:55

Dennoch funktioniert es. Ein Rechteck bleibt nunmal ein Rechteck.

Aber wichtiger war mir hier an Steinhagel, dass sich ein Blick über die üblichen Verdächtigen hinaus lohnen kann und der Blick in die Region wichtig ist.
Gruß

Riothamus

Bemalte Miniaturen 2017:

28 mm: 21 Schafe, 1 Hund, 2 Zivilisten
Reiskörner: 400 Infanteristen v1.0 (7 Regimenter), davon v2.0: 268 Infanteristen (4 Regimenter)
1 Schneller Raumkreuzer Orion VIII Durchmesser 10 cm

Bemalzeit ab März 2017: 26 h

nordolf

Registrierter Benutzer

  • »nordolf« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 53

Spielsysteme: Flames of War, All out War, Space Hulk, Tanks, Hero Quest, 15mm Germanien 9-16 n.Chr.

Wohnort: Lübeck

Clubforum: Spielen im Norden

  • Nachricht senden

5

Samstag, 23. Dezember 2017, 01:08

Vielen Dank für die Antworten. :thumbup_1:
Zeit spielt keine Rolle bzw. ich muss nicht zwangsläufig sofort beginnen sobald die ersten kleinen Einheiten fertig sind.
Ich würde es gerne mal mit Field of Glory probieren.
Würde mir dann die V3 Version zulegen und das Buch für den Zeitabschnitt.
Oder mache ich da schon was falsch?
Weiß jemand wie die Bücher genau heißen und wo man diese erwerben kann?
Finde nur ein Angebot aus den USA auf eBay für das V3 Regelwerk.

Neidhart

Moderator

Beiträge: 1 156

Wohnort: mitten in München

Clubforum: Spielen im Süden

  • Nachricht senden

6

Samstag, 23. Dezember 2017, 04:00

Field of Glory V3 bei Caliver Books

Für eine kleine Variante schau mal hier im Forum nach Fog 400, eine Variante mit nur 400 Punkten für kleinere Spiele. Vielleicht auch gut um das System überhaupt kennenzulernen.

nordolf

Registrierter Benutzer

  • »nordolf« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 53

Spielsysteme: Flames of War, All out War, Space Hulk, Tanks, Hero Quest, 15mm Germanien 9-16 n.Chr.

Wohnort: Lübeck

Clubforum: Spielen im Norden

  • Nachricht senden

7

Samstag, 23. Dezember 2017, 10:05

Ah sehr gut, vielen Dank.
Welche Bücher benötige ich noch zum Regelwerk?
Das FoG Legions Triumphant oder das Army Lists Book 1 Bronze Age to Late Republican Roman?

bafl

Registrierter Benutzer

Beiträge: 80

Wohnort: Berlin

Clubforum: Spielen in Berlin

  • Nachricht senden

8

Samstag, 23. Dezember 2017, 11:04

Bei Deiner Epoche Legions Triumphant. Da sind sowohl die Römer von 25 BC bis 284 AD (Principate Roman) als auch frühe Germanen vom Ende 2 Jhd. BC bis 260 AD (Early German) drin. Außerdem noch div. andere Armeen wie etwa 2 spätere Römische, Briten, Iren, Perser, Picten, Hunnen, Burgunder uvm. enthalten. Nur falls Du Interesse an späteren Epochen entwickelst.

Riothamus

Erleuchteter

Beiträge: 3 771

Spielsysteme: DBA, PBI

Wohnort: Salzkotten

Clubforum: Spielen im Westen

  • Nachricht senden

9

Samstag, 23. Dezember 2017, 11:25

Falls Dich auch Tipps zur Recherche interessieren, ein paar deutsche Titel:

Aus der Reihe 'Heere und Waffen' gibt es zwei Bände Das Heer des Varus und einen Band Das Heer des Arminius. Das zweite kann ich empfehlen, wenn Du Dich nicht zu tief damit beschäftigen möchtest und Englische Literatur vermeidest. Die Bände zu Varus kenne ich nicht.

Andreas Strassmeier, Andreas Hagemann, Das Heer des Arminius - Germanische Krieger zu Beginn des 1. nachchristlichen Jahrhunderts, Berlin 2009. Bei der materiellen Ausstattung halten sie sich an die Literatur, nur die knappe Zusammenfassung der historischen Hintergründe, ist teils ziemlich veraltet.

Zu den Römern gibt es Thomas Fischer, Die Armee der Cäsaren - Archäologie und Geschichte, Regensburg 2012. Etwas teurer, aber jeden Cent wert.

Da mein Fahrer kommt, schreibe ich vielleicht später noch etwas dazu.
Gruß

Riothamus

Bemalte Miniaturen 2017:

28 mm: 21 Schafe, 1 Hund, 2 Zivilisten
Reiskörner: 400 Infanteristen v1.0 (7 Regimenter), davon v2.0: 268 Infanteristen (4 Regimenter)
1 Schneller Raumkreuzer Orion VIII Durchmesser 10 cm

Bemalzeit ab März 2017: 26 h

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Riothamus« (23. Dezember 2017, 11:55)


nordolf

Registrierter Benutzer

  • »nordolf« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 53

Spielsysteme: Flames of War, All out War, Space Hulk, Tanks, Hero Quest, 15mm Germanien 9-16 n.Chr.

Wohnort: Lübeck

Clubforum: Spielen im Norden

  • Nachricht senden

10

Samstag, 23. Dezember 2017, 19:01

Vielen Dank auch für die Buchtipps.
Ich habe mir bis jetzt 3 Bücher zugelegt.
Zur Einstimmung erstmal,
Das Rätsel der Varusschlacht
von Wolfgang Korn und Klaus Ensikat
dann
Die Varusschlacht
von Ralf-Peter Märtin
und
Der Kampf der Arminius Koalition gegen Rom
Der Römisch-Germanische Krieg 9-16 n.Chr.
von Ralf G. Jahn

Außerdem habe ich mir jetzt das FoG V3 Buch sowie das Legions Triumphant geholt.

nordolf

Registrierter Benutzer

  • »nordolf« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 53

Spielsysteme: Flames of War, All out War, Space Hulk, Tanks, Hero Quest, 15mm Germanien 9-16 n.Chr.

Wohnort: Lübeck

Clubforum: Spielen im Norden

  • Nachricht senden

11

Samstag, 30. Dezember 2017, 18:51

Nochmal eine Frage an die Experten.
Gab es in den Legionen unterschiedliche Pila?
Aus dem Buch (ja ich habe es mir geholt) :) Danke nochmal.
Das Heer des Varus Teil2 Seite 14 steht das "...Zu Beginn der römischen Kaiserzeit waren alle drei Schäftungsarten gleichsam nebeneinander vertreten. ..."
Würde gerne die Figuren von 2 verschiedenen Herstellern mischen. Allerdings tragen die unterschiedliche Pila. Die Spitze ist unterschiedlich lang.
Geht um Corvus Belli/Totentanz und Forged in Battle.
Die Römer in der Lorica Segmentata jeweils für meine Zeitepoche.


Falls jemand noch andere gute Hersteller kennt für 15mm Römer immer her damit. Sollte nur Posenvielfalt enthalten.
Und vielleicht auch mal mit Gladius.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »nordolf« (30. Dezember 2017, 18:58)


Riothamus

Erleuchteter

Beiträge: 3 771

Spielsysteme: DBA, PBI

Wohnort: Salzkotten

Clubforum: Spielen im Westen

  • Nachricht senden

12

Sonntag, 31. Dezember 2017, 13:34

Kann hier vielleicht jemand anders antworten? Die Wirkung der Tabletten lässt schon wieder nach und das Fieber kommt zurück.
Gruß

Riothamus

Bemalte Miniaturen 2017:

28 mm: 21 Schafe, 1 Hund, 2 Zivilisten
Reiskörner: 400 Infanteristen v1.0 (7 Regimenter), davon v2.0: 268 Infanteristen (4 Regimenter)
1 Schneller Raumkreuzer Orion VIII Durchmesser 10 cm

Bemalzeit ab März 2017: 26 h

Neidhart

Moderator

Beiträge: 1 156

Wohnort: mitten in München

Clubforum: Spielen im Süden

  • Nachricht senden

13

Sonntag, 31. Dezember 2017, 15:26

Kannst du definitiv mischen. Klar die Forged in Battles Figuren haben etwas kurze Metallspitzen aber bei 15mm fällt das a. kaum auf und b. hast du ja selber schon herausgefunden, dass es unterschiedliche Typen an pila gibt. Die kurzen Varianten sollen wohl besonders beschwerte Exemplare darstellen, so wie hier rechts
So ganz kurz, wie die Modelle die Spitze haben, fällt mir jetzt zwar auch keine Darstellung ein, aber es geht in dem Massstab ja auch eher um eine schematische Darstellung der Ausrüstung. Das passt bei beiden, auch wenn Corvus Belli da wohl einen besseren Job abgeliefert hat.

Riothamus

Erleuchteter

Beiträge: 3 771

Spielsysteme: DBA, PBI

Wohnort: Salzkotten

Clubforum: Spielen im Westen

  • Nachricht senden

14

Sonntag, 31. Dezember 2017, 17:48

Hast Du Dir die alten Donnington-Figuren schon angeschaut? Nicht die schönsten, aber wenn in der gewählten Ränge etwas fehlt?

Ich Krieg das gerade mit dem Link nicht hin: http://www.donnington-mins.co.uk
Gruß

Riothamus

Bemalte Miniaturen 2017:

28 mm: 21 Schafe, 1 Hund, 2 Zivilisten
Reiskörner: 400 Infanteristen v1.0 (7 Regimenter), davon v2.0: 268 Infanteristen (4 Regimenter)
1 Schneller Raumkreuzer Orion VIII Durchmesser 10 cm

Bemalzeit ab März 2017: 26 h

nordolf

Registrierter Benutzer

  • »nordolf« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 53

Spielsysteme: Flames of War, All out War, Space Hulk, Tanks, Hero Quest, 15mm Germanien 9-16 n.Chr.

Wohnort: Lübeck

Clubforum: Spielen im Norden

  • Nachricht senden

15

Montag, 1. Januar 2018, 12:04

Danke an euch beide.
Mir fehlt jetzt nur noch ein Armeelistenbuch welches ja auf dem Weg ist und dann kann ich einkaufen.

Riothamus

Erleuchteter

Beiträge: 3 771

Spielsysteme: DBA, PBI

Wohnort: Salzkotten

Clubforum: Spielen im Westen

  • Nachricht senden

16

Montag, 1. Januar 2018, 16:49

Bei Ausrüstungsfragen musst Du immer folgende Punkte bedenken:

- Die Römische Armee hatte keine Uniform im heutigen Sinn, lediglich eine gewisse Standardisierung und einen Brauch, was als Kleidung für den Soldaten angemessen war - wissenschaftlich kann man schon von Tracht sprechen: Die Gewohnheit, das Geld, die soziale Stellung und die Ansichten der Soldaten bestimmten Recht eigentlich ihre Kleidung und einen Teil der Ausrüstung. Es gibt sogar Beispiele, dass Feldherrn zur angemessenen Kleidung genötigt wurden (Crassus, der in der Dunkelheit den falschen Mantel erwischte) oder wegen nicht ganz stimmiger Kleidung verspottet (Caesar, der notorisch Rot statt Purpur trug). Je nach Einheit oder Region entwickelten sich da Besonderheiten, die heute zumeist vergessen sind. Legionen, die aus Seesoldaten oder Marineeinheiten gebildet wurden, behielten z.B. oft ihre blauen Tuniken bei. Einheiten, die aus den Truppen abhängiger Staaten gebildet wurden, könnten ebenfalls ihre Gewohnheit beibehalten. So gab es einige griechische Marineeinheiten, von denen vermutet wird, dass sie rot statt blau trugen.

- Dann ist da noch das Problem der Beschaffung. Schon in Friedenszeiten würde ein Teil zentral beschafft, ein Teil vom Kommandeur besorgt, ein Teil von der Einheit selbst produziert und ein Teil vom einzelnen Mann selbst beschafft. So ließ sich keine Einheitlichkeit herstellen.

- Es gab in heutigen Sinn kaum bis keine Standardisierung. Herstellungsprozess und stetige 'Verbesserung' spielten wohl eine größere Rolle.

- Ausrüstung wurde aufgetragen. Es gibt in der Kaiserzeit Beispiele von Helmen, die an neue Moden angepasst wurden und 200 Jahre in der Truppe blieben.

- Ein großer Teil der Ausrüstung gehörte den Legionären selbst. Genau kann man das nicht spezifizieren. Es war eine Gewohnheit, einen Teil an die Einheit zu verkaufen, während man einen anderen Teil mitnahm. Insbesondere der Militârgürtel, der den ehemaligen Soldaten und den Soldatenstand generell kennzeichnete, blieb beim Veteranen und ist somit für Datierungsfragen wichtig, aber in 15 mm zu klein, um ihn darzustellen. Auch aus diesen nicht exakt festgelegten Gewohnheiten ergaben sich Zufälligkeiten.


Ein Statussymbol war übrigens um die Zeitenwende ein besonders prächtiger Pugio. Da ist in 15 mm schon eher etwas zu machen. Silber, Gold, Elfenbein, etc. sind ja allein schon durch die Farbwahl darstellbar...
Gruß

Riothamus

Bemalte Miniaturen 2017:

28 mm: 21 Schafe, 1 Hund, 2 Zivilisten
Reiskörner: 400 Infanteristen v1.0 (7 Regimenter), davon v2.0: 268 Infanteristen (4 Regimenter)
1 Schneller Raumkreuzer Orion VIII Durchmesser 10 cm

Bemalzeit ab März 2017: 26 h

Kniva

Registrierter Benutzer

Beiträge: 530

Spielsysteme: Demonworld, DBA, Flames of War, Field of Glory

Wohnort: Berlin

Clubforum: Spielen in Berlin

  • Nachricht senden

17

Donnerstag, 4. Januar 2018, 07:56

@Nordolf

Ich würde Dir bezüglich des Regelwerkes ganz klar zu "L'Art de la Guerre" raten. Obwohl man ganze Armeen spielt, ist der Figurenaufwand nicht so gewaltig. Des Weiteren ist das System m. E. recht einsteigerfreundlich - sprich: Die Regeln sind überschaubar und nicht wirklich kompliziert. UND Du hast mit der dort genutzten Basierung die Möglichkeit, immer noch auf andere Systeme wie DBX und FoG umzusteigen bzw. diese alternativ zu spielen. Abgesehen davon hast Du alle Regeln UND alle Armeelisten übersichtlich in EINEM Buch und musst nicht zusätzlich teure Armeebücher kaufen.

Von FoG 3.0 würde ich persönlich Dir abraten. Vorweg: Ich liebe FoG!!!! Ich mag das System sehr. Der Nachteil ist nur, dass es, soweit ich das sehe, kaum noch gespielt wird. Dass jetzt eine Version 3.0 herausgekommen ist, ist für mich nicht mehr nachzuvollziehen, zumal ja gemunkelt wird, dass sich auch die Armeelisten ändern könnten. Wer wie ich damals viel Geld und Zeit in FoG investiert hat, hat seine Armeen nach den Versionen 1 und 2. Du wirst vermutlich kaum jemanden finden, der jetzt Version 3.0 spielt.

Gruß

Kniva

nordolf

Registrierter Benutzer

  • »nordolf« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 53

Spielsysteme: Flames of War, All out War, Space Hulk, Tanks, Hero Quest, 15mm Germanien 9-16 n.Chr.

Wohnort: Lübeck

Clubforum: Spielen im Norden

  • Nachricht senden

18

Freitag, 5. Januar 2018, 07:51

Vielen Dank für die weiteren historischen Informationen.
Und Danke für den Tipp mit dem Regelwerk.
Aber ich werde die Truppe wohl nach eine DBA 3.0 Liste aufbauen. Das scheint sehr beliebt und vor allem flexibel zu sein. Wechseln kann man ja immer noch.
Werde mir dann mal raussuchen was ich brauche an Figuren und Bases (Abmessungen) und dann dementsprechend einkaufen.
Für die Figuren habe ich mich für Corvus Belli, Baueda und eventuell Essex entschieden. Von Essex habe ich meine von mir bestellten Testminis noch nicht erhalten.
Die anderen beiden schauen wirklich gut aus.

vodnik

Registrierter Benutzer

Beiträge: 1 677

Spielsysteme: DBX, HOTT, ADG, Kriegspfad, div. Skirmish

Wohnort: Zürich, Schweiz

Clubforum: Spielen in den Bergen

  • Nachricht senden

19

Freitag, 5. Januar 2018, 10:19

...seit den frügen DBM-Partien in Karlsruhe & in der Juhe in Koblenz ist einige Zeit vergangen, die DBA-Partien im Donauturm in Ulm sind auch verbei. Seit die Franzosen ADG eingeführt haben, leider die ersten Jahre nur Französisch, spiele ich es zusätzlich, obwohl ich allen anderen Regeln das alte DBA 2.2 vorziehe. Die DBX-Pasierung hat inzwischen auch schon Lücken bekommen. Die aktuelle DBA-Version kennt Fussvolk in geschlossener Ordnung auf dünnen Dasen(1.5cm bei Verwendung von 15ern) aber auch auf den tieferen Plänklerbasen(2cm), wohl einfach um spannende Partien zu ermöglichen, egal ob mit neuen oder schon älteren Figuren.
Als Nachfolger von DBA wird in Amerika Triumph entwickelt. Die Autoren wollen die ewigen Ungereimheiten einfach weglassen...
...DBX-Regeln zum 'Runterladen: DBA2:2 + so... noch mehr: R19 fur's 19. Jahrhundert + andere Regeln...

Riothamus

Erleuchteter

Beiträge: 3 771

Spielsysteme: DBA, PBI

Wohnort: Salzkotten

Clubforum: Spielen im Westen

  • Nachricht senden

20

Samstag, 6. Januar 2018, 08:56

Ob sich das genannte Triumph durchsetzt, wage ich zu bezweifeln. Zumindest wäre das Zukunftsmusik. Bisher steht es nur für eine weitere Zersplitterung.

DBA ist eine gute Wahl. Insbesondere kannst Du DBA-Armeen als Basis für eine Armee eines anderen Regelsysteme nutzen.

3.0 ist bei den Listen nicht mehr so toll wie 2.2. Es sollte für diejenigen leichter werden, die sich nicht mal minimal einlesen wollen, wodurch mehr vorgeschrieben wird und manche Armee damit eine seltsame Zusammenstellung erhält. Da muss man sich dann also besser auskennen, u m das zu vermeiden. Zudem wird der Leser bei den Optionen oft allein gelassen, was die genannte Bemühung komplett obsolet macht.

Eine DBA-Armee besteht immer aus 12 Basen, die Elemente der Schlachtordnung darstellen und daher auch Elemente genannt werden. Ein Element stellt einen Truppentyp dar, der durch die Anzahl der Figuren auf der Base und die Tiefe der Base gekennzeichnet ist.

Die Liste, die Dich interessiert, ist die Liste II/56 Early Imperial Roman Army 25 v. - 197 n.Chr.:
- Jede Armee braucht einen General. Bei DBA ist der in ein Element integriert. Hier kannst Du Dir aussuchen, ob er sich in einem Reiter-Element (im DBA-Jargon Cv für Cavalry, Kavallerie abgekürzt) oder in einem Element auf Nahkampf spezialisierter Schwerer Infanterie (4Bd, ein "Blade"/Klingen-Element von 4 Figuren) befindet. Also 3 Reiter oder 4 Legionäre. Die Generalsbase sollte herausgehoben sein. Also der Feldherr auf einem Schimmel sitzen, durch einen Offizier dargestellt werden, von Feldzeichen und Hornissen begleitet werden oder was Du für ihn sonst findest.
- 1 Element "equites". Equites ist einfach Latein für Reiter. Also wieder Cv und 3 Reiterfiguren.
- 4 Elemente Legionäre, die jeweils als 4 Bd dargestellt werden. Also 4 x 4 = 16 Legionärsfiguren.
- 3 Elemente, die unberittene Hilfstruppen darstellen. (Ax für Auxilia, Hilfstruppen. Hier sind 4 Ax gemeint. Es gibt auch Bd und Ax mit weniger Figuren, wenn größere Beweglichkeit und lockerere Formation bei einem Truppentyp im Vordergrund stehen: Je leichter die Truppe, desto weniger Figuren.) Also 3x4=12 Figuren Hilfstruppen. Spätestens jetzt, musst du entscheiden, ob Du 'typische Prinzipatstruppen' willst, oder etwas, dass sich mehr an die späten Germanienfeldzüge anlehnt, als viele Hilfstruppeneinheiten noch nicht römisch ausgerüstet waren. Aber das musst Du selbst entscheiden.
- 1 Element, bei dem Du Dir aussuchen kannst, ob es sich um Reiter (Cv mit 3 Reitern), Hilfstruppen (Ax mit 4 Mann) oder Bogenschützen handelt. Als Bogenschützen können es richtige Bogenschützen (Bw für "Bow"/Bogen) mit 4 Mann oder Plänkler (Ps für altgriechisch "Psiloi"/Plänkler, Leichtbewaffnete) mit 2 Mann sein. Bei DBA führen Plänkler keine Fernkämpfe durch, diese werden schon bei ihren anderen Werten berücksichtigt.
- 1 Element, bei dem Du Dir aussuchen kannst, ob es sich um "Numider or Moore (LH)", "symmachiarii (3Wb)", Schleuderer (Ps) oder Gladiatoren (3 Bd) handelt. Die Numider waren berühmte Leichte Reiter (Light Horse -> LH, dargestellt durch 2 Reiter), die am Rande des Römischen Reichs das Königreich Maurentanien bildeten. Im Gegensatz zu Latrinenparolen waren es (DNA-Untersuchungen) keine Schwarz-Afrikaner, sondern Berber. Die berühmtesten Leichten Reiter der Antike, auch noch im 2.Jahrhundert nach Christus in ihrer Lokal Tracht und nicht wie typisch-römische Hilfstruppen darzustellen. Laut Quellen war alles braun: Sie trugen wohl eine Tunika aus ungebleichtem Leinen, ihre Pferde hatten bevorzugt jene Farbe und ebenso waren ihre Schilde braun. Selbst ich habe meine Schilde aber als rot-bunte Kuhhäute bemalt. Wenn Du Dich daran hältst kannst Du sie später auch bei anderen Armeen einsetzen. In Römischen Diensten gingen z.B. auch weiße Tuniken. Ihre Pferde trugen kein Zaumzeug, sondern nur ein Seil um den Hals. Bei den symmachiarii erwartet Phil Barker vom Leser seiner Regeln dann wieder eine humanistische Ausbildung. Damit sind "Verbündete/Alliierte/Bundesgenossen" gemeint. Dafür gibt es bei DBA aber Sonderregeln. Doch stellten Verbündete den Römern auch kleinere Kontingente statt mit dem ganzen Aufgebot loszuziehen. Diese wurden dann als Einheit eingesetzt. So schickte der König von Noricum Caesar 500 Reiter. Hier geht es aber um Fußsoldaten, sie firmieren als Warband (Wb) zu 3 Mann. Bei den Schleuderern, die zu 2 Mann als Plänkler aufzustellen sind, kannst Du wieder entscheiden, ob Du sie schon romanisiert darstellen willst. Beschränkst Du Dich auf Tunika, Schleuder und generischem Dolch/Schwert kannst Du sie auch in früheren Armeen einsetzen und bist im 1. Jahrhundert auch nicht unglaubwürdig. Gladiatoren passen nur zu bestimmten Vorfällen, z.B. im Vierkaiserjahr. Da sie nun einmal eher individuell kämpften werden sie als 3 Bd dargestellt, also mit 3 Figuren. Es gibt Gladiatorenfiguren, nur kämpften sie auf dem Schlachtfeld in aller Regel als Legionäre gerüstet. Als Unterscheidung mag die Darstellung in Gladiatorenausrüstung immerhin gerechtfertigt sein.
- Für das 12. Element lässt Phil Barker die Wahl zwischen Lanzenreitern (3 orientalische Reiter als Kn von Knight/Ritter), berittenen Bogenschützen (wieder 2 Reiter als LH, wie bei den Ps ist dafür kein Fernkampf vorgesehen), ein Bolzen verschießendes Geschütz (Art für Artillerie; ein Modell mit Bedienung) oder dromedarii, also Kamelreiter (LCm, von Light Camels/leichte Zigaretten. Seltsamerweise wird die Tabakware durch 2 Kamelreiter dargestellt und als LH behandelt.)

In der Liste wird nicht erwähnt, dass man noch "Camp follower/denizens" benötigt, um das jeder Armee vorgeschriebene Lager (oder Stadt) zu besetzen. Lagerwache also. Das sollen 3-4 Figuren sein. Eigentlich egal ob Zivilisten, ein Mix verschiedener Truppen, oder einfach eine Base Psiloi die Du besonders markierst. Hauptsache, sie sind von den 12 Elementen zu unterscheiden. Ein Lager gehört auch zur Armee, aber das gehört schon zum Thema Gelände. Für erste Versuche reicht mit Zahnstocherspitzen verzierte Knete auf Pappe.

Nun kannst Du Dich entscheiden, ob Du etwas für alle Optionen besorgst, um mit dem Spiel experimentieren zu können, nur die Optionen, die nach Germanien passen, nimmst (damals hat da z.B. keiner Camels geraucht. Und Schon gar nicht light), oder nur eine Konfiguration auswählst.

Es gibt zwar komplette DBA-Armeen zu kaufen, da fehlen aber meist Optionen oder sie sind nicht auf 3.0 umgestellt. Es liegt bei DBA recht nah, gleich den Gegner mitzubestellen. Daher gleich ein paar Hinweise zu den Germanen:

1. Vergiß die Nackedeis. Da folgen Caesar und Tacitus einem Topos der antiken Ethnographie, den die Germanen zu bestätigen schienen, weil sie durchaus mit freiem Oberkörper kämpften.
2. Vergiß die Keulen. Dafür gibt es nur eine Quelle. Eine Bildquelle, die germanische Hilfstruppeneinheiten mit fustes, also römischen Polizeistöcken zeigt. Angebliche Holzwaffen sind nur in Zusammenhang mit Opferstätten gefunden worden, was sie zu symbolischen Opfern macht und die Holzhämmer evt. zu Opferwerkzeugen.
3. Vergiß Pfeil und Bogen. Im ganzen Germanicum jener Zeit wurde exakt ein Bogen gefunden, geopfert bei Oberdorla, also wohl ein Beutestück.
4. Die Frame, der germanische Speer war etwa 2 m lang. Er hatte sich in den Germanenkriegen durchgesetzt. Bei der Schlacht von Idistaviso erwähnt Tacitus, dass ein Teil der Germanen, wohl aus taktischen Gründen, noch die längeren Stoßlanzen trug. Das sind die 'heroes with Long spears' aus den Listen. Nach den Waffenfunden setzte sich die Frame nach der Varusschlacht endgültig durch. Vor Beginn der Germanienfeldzüge unter Augustus war sie unbekannt. Da Du Dich auf die Zeit ab der Varusschlacht konzentrierst, brauchst du, wo es nicht um den genannten Fall geht, keine langen Speere untermischen. (Während Kimbern und Teutonen sowie Ariovists Leute noch keine Frame hatten.)
5. Vergiss die Sarmaten. Oder korrigiere zumindest die Zeit, in der sie dem Markomannen/Sueben 'geholfen' haben. Da ist ein Fehler beu den Listen drin. Das wurde schon vor einiger Zeit im Forum diskutiert.
6. Egal welche Studienräte und Metallurgen Tacitus zitieren, in 25 - 30 % der mit Waffenbeigaben ausgestatteten Kriegergräber fanden sich Schwerter. In den Gräbern mit Sporen regelmäßig.
7. Tacitus wirft bei seiner Beschreibung mehrere von der Archäologie festgestellte Phasen der Bewaffnung durcheinander. Seine Beschreibungen dürfen Dich also nicht allzu sehr irritieren. Zudem wissen wir, dass er dabei auch Ausnahmen zur Regel erhoben hat. Schließlich schreibt er erst um 100. Seine Annalen sind dennoch Pflichtlektüre bei Deinem Thema: Im Mittelpunkt stehen die Germanicus-Feldzüge, für die er die Hauptquelle ist.
Gruß

Riothamus

Bemalte Miniaturen 2017:

28 mm: 21 Schafe, 1 Hund, 2 Zivilisten
Reiskörner: 400 Infanteristen v1.0 (7 Regimenter), davon v2.0: 268 Infanteristen (4 Regimenter)
1 Schneller Raumkreuzer Orion VIII Durchmesser 10 cm

Bemalzeit ab März 2017: 26 h

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Riothamus« (6. Januar 2018, 11:41)