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Regulator

Sweetwater Newsdog

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21

Donnerstag, 19. Juli 2018, 08:40

Wenn ich eine Kleinigkeit beitragen darf: Das Uniformen Durcheinander der frühen Kriegstage führte bei den Männern zu erheblicher Verwirrung sodass immer wieder befreundete Regimenter aufeinander Schossen. Darunter litt insbesondere der Norden, welcher aus den von dir so großartig erklärten Gründen über weniger Erfahrene Truppen verfügte. Das hat beide Seiten dazu veranlasst in einheitliche Uniformen zu investieren. Das dies aufgrund der Industriellen Kapazitäten nur dem Norden gelungen ist, ist den meisten hier wahrscheinlich mehr als bekannt.


Da stimme ich dir voll und ganz zu! Im Norden gab es anfangs viele graue und im Süden viele blaue Uniformen. Dazu kamen die irreführenden Fahnen (vor allem die erste Staatsfahne der Konföderation, die man aufgrund der Ähnlichkeit zum Sternenbanner tatsächlich grundlegend ändern wollte), die gleiche Sprache und unbekannte Gegenden, die Unerfahrenheit der Truppen, usw.

Orleans Rifles

Ähnlich wie gestern gibt es heute eine eher antiquierte Art der Bekleidung: ein so genanntes Hunting Shirt. Der Ursprung dieser Hemdenüberwurfe ist, wie bei so vielen Uniformen, zivilen Ursprungs. Als gemütliches und nicht zu buntes Kleidungsstück war es ideal für die Jagd und kalte Stunden.
Als im Unabhängigkeitskrieg viele amerikanische Soldaten nicht richtig eingekleidet werden konnten, benutzte man diese Hunting Shirts vorrübergehend um Uniformierungs-Engpässe zu vermeiden.
Da auch die Rifle Einheiten (Jäger Einheiten) damit gekleidet waren, gingen die Engländer davon aus, dass alle in Hunting Shirts Riflemen waren.
Diese Furcht wurde zur Tradition und zukünftig wurden alle Rifle Einheiten in diesen Shirts ausgerüstet. Im Krieg von 1812 und sogar zu Teilen im texanischen Unabhängigkeits- und Mexikanischen Kriegs.
Es ist also nicht verwunderlich, dass viele Milizen der Zeit diese Tradition nocheinmal aufgriffen – so auch die Orleans Rifles. Im Vergleich zu einigen anderen Einheiten, die sich zwar auch Rifles nannten, hatten die Orleans Rifles wirklich gezogene Musketen.
Die Uniform war schlicht und wie oben schon erwähnt von den grünen Hunting Shirts inspiriert. Die Hose war aus ockerfarbenem Baumwollstoff (um die Hirschlederhosen der eigentlichen Rifles zu immitieren) und kurz unterhalb des Kniens mit schwarzem Leder verstärkt. Der hochgeklappte Schlapphut samt ovalen Louisiana Messingschild rundete das martialle Outfit ab.

Dieses Mal war der Umbau etwas komplizierter, aber auch für einen Neueinsteiger wie mich umsetzbar. Wie bei Greenstuff Arbeiten wohl üblich muss man mit den Trocknungszeiten und den verschiedenen (ich nenne es mal) Ebenen klar kommen.
Den oberen Überwurf habe ich mit einer kleinen Fläche Greenstuff angedeutet, dann etwas trocknen lassen und vorsichtig die Franzen eingeritzt. Dann große Trocknungsphase.
Anschließend habe ich auf die Ärmel und den Saum der Jacke Greenstuffwürste gelegt und erneut antrocknen lassen. Dann, wenn das Greenstuff gut an der Miniatur klebt, vorsichtig die Fransen einritzen. Fertig. Die Lederverstärkung an der Hose ist nur aufgemalt.

'Let us cross over the river, and rest under the shade of the trees.'

D.J.

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22

Donnerstag, 19. Juli 2018, 09:12

Öh ... hast du den mit Green Stuff wirklich selber so aufgebrezelt?
Respekt!
Der sieht ja wohl absolut genial aus!
:thumbsup:
So, jetzt nimmt sich jeder noch ein Eis und dann reiten wir los. :D

Frank Bauer

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23

Donnerstag, 19. Juli 2018, 09:30

Toll!
Du erschaffst da mit verhältnismäßig wenig Aufwand und großer Malkunst ganz tolle Unikate!
Besucht die Hamburger Tactica!

http://www.hamburger-tactica.de:thumbup:

24

Donnerstag, 19. Juli 2018, 09:38

Das sieht klasse aus! :thumbsup:
Ich freue mich schon auf die nächste Mini! :)

Karma Kamileon

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25

Donnerstag, 19. Juli 2018, 11:06

Deine Fortschritte in Sachen Modellieren sind echt 'ne Wucht! Inspirierend und bisher mein Lieblingsexemplar. :) (Und pünktlich zur Milizpause!)

Banock

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26

Donnerstag, 19. Juli 2018, 11:38

très chic weiter so :thumbsup_1:

Utgaard

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27

Donnerstag, 19. Juli 2018, 13:55

Wiederum sehr schön geworden - und erneut interessante Hintergrundinfo :thumbup:

Riothamus

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28

Donnerstag, 19. Juli 2018, 14:04

:thumbsup: , :thumbsup: , :thumbup: mit * und Eichenlaub.
Gruß

Riothamus

Bemalte Miniaturen 2017:

28 mm: 21 Schafe, 1 Hund, 2 Zivilisten
Reiskörner: 400 Infanteristen v1.0 (7 Regimenter), davon v2.0: 268 Infanteristen (4 Regimenter)
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McCloud

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29

Donnerstag, 19. Juli 2018, 14:33

Wieder ein sehr cooler Umbau.

Die frühen Uniformen waren aber auch cool.

Regulator

Sweetwater Newsdog

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30

Freitag, 20. Juli 2018, 09:04

Washington Light Infantry

Heute gibt es eine sehr exotisch und viktorianisch anmaßende Uniform: Die Washington Light Infantry (South Carolina). Im Gegensatz zu den vorher genannten Milizen haben die Soldaten der Washington Light Infantry eine (zumindest für amerikanische Verhältnisse) lange militärische Tradition. 1807 wurde die Einheit gegründet und gemustert für den Krieg von 1812 gegen die Engländer (die Einheit sah hier aber keinen Kampfeinsatz; die Engländer fielen nicht in South Carolina ein) und anschließend Einsätze in Texas, gegen die Seminolen in Florida und im Mexiko-Krieg. 1826 erhielt das Regiment von der Witwe William Washingtons die alte Fahne der Continental Dragoons.
Als sich South Carolina von der Union trennte, stellte die Washington Light Infantry drei Kompanien; unter anderem wurde eine davon der Grundstock für Hampton’s Legion.

Über die tatsächlich getragene Uniform ist nicht sehr viel bekannt. Sicher ist nur, dass sie zumindest mit der Paradeuniform auszogen. Als sie jedoch Charleston erreichten, trugen sie laut Charleston Press lediglich “pflaumen-graue Röcke, Kepis und Hosen, sowie ein einmaliges Abzeichensystem”.
Später werden zweimal Nachlieferungen bekannt, in dem diese Röcke aber als Fatique Uniform beschrieben werden.
Da die Paradeuniform natürlich sehr viel schöner aussieht und cooler zum Malen ist, will ich diese darstellen. Ich argumentiere einfach legere und sage, dass die Soldaten zum Marsch und im Felde ihre Fatique Uniform trugen und in den ersten Kampf mit der schönen Uniform gingen.
Diese Interpretation ist sehr europäisch und findet sich im amerikanischen Bürgerkrieg kaum wieder. Aber die sehr viktorianische und definitiv von kontinental Europa inspirierte Uniform verleitet mich einfach dazu.
Interessanter Fakt: Die Miliz besteht bis heute und die Uniform ist sehr ähnlich wie damals (samt Leopardenfellturban!!)

Dieses Mal war der Umbau schon etwas schwieriger. Zuerst habe ich ein Palstik Kepi verbaut (wegen dem Augenschirm), dann habe ich den Shako Stumpen modelliert und als er getrocknet war mit einer Feile bearbeitet.
Eine kleine Greenstuff Kugel war der Pompon und den Turban habe ich einfach mit einer Greenstuff Wurst angedeutet.
Als das alles gut getrocknet war, habe ich einen Papierstreifen als Sturmriemen angeklebt (ich war zu blöd nen ollen Riemen mit Greenstuff zu modellieren) und dann Greenstuff um die Haare und im Gesicht verteilt. Antrocknen lassen, einritzen: fertig war der Bart.
Auf den Ärmeln habe ich einen Greenstuffstreifen aufgetragen, antrocknen lassen und mit einem Skalpell in vier Segmente geteilt, welche ich dann mit einer Nadel “abgerundet habe” um Knöpfe dar zustellen. Zukünftig will ich für Knöpfe dann Liquid Green Stuff von GW benutzen.
Die Rockschöße waren einfach zwei Greenstuff Dreiecke, die ich der Bewegung der Miniatur entsprechend, an die Jacke angebracht und verformt habe.
Für die hängenden Schwalbennester-Epauletten habe ich eine bauchige Greenstuff Wurst gedreht und vorsichtig am oberen Ärmel der Jacke platt gedrückt. Nach leichtem Antrocknen habe ich dann mit einer Nadel die Paspelierung angedeutet und mit zusätzlichen Würsten (die wieder nach Antrocknen und Einritzen mit einer Nadel) die Fransen darstellen.
Die Husarenbeschnürung der Jacke und die Knöpfe auf der Brust um am Oberkörper habe ich nur aufgemalt.

Wenn man eine ganze Kompanie der Washington Light Infantry aufstellen wollen würde, würde ich den Shako abformen und gießen. Eventuell das selbe bei den Schwalbennestern probieren. Allgemein aber eher eine zeitaufwendige Uniform.

'Let us cross over the river, and rest under the shade of the trees.'

31

Freitag, 20. Juli 2018, 09:13

Wieder sehr schön! :thumbsup:

Riothamus

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32

Freitag, 20. Juli 2018, 09:42

:thumbsup: , :thumbsup: , :thumbup: mit * und Eichenlaub.
Gruß

Riothamus

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Freitag, 20. Juli 2018, 09:50

Sicher dein bisher aufwändigster Milizionär, aber die Arbeit hat sich voll gelohnt. Wunderschön geworden.

D.J.

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Freitag, 20. Juli 2018, 10:38

Danke dir für das Aufzeigen der einzelnen Arbeitsschritte beim Modellieren :thumbsup: Auch der Hintergrund ist unglaublich interessant! Behalte das bitte bei, wenn da (hoffentlich!) noch mehr kommt. Das ist das beste "Schulfernsehen" ever :smiley_emoticons_prost:
Und das Ergebnis ist mal wieder über jeden Zweifel erhaben! Unglaublich, was du da rausholst!
So, jetzt nimmt sich jeder noch ein Eis und dann reiten wir los. :D

Axebreaker

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35

Freitag, 20. Juli 2018, 11:37

Excellent work! What a wonderful theme! :clapping:

Christopher

McCloud

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36

Freitag, 20. Juli 2018, 12:37

Eine meiner Lieblingsuniformen, ich konnte mich nur nie aufraffen einen Umbau zu machen.

Weiter so.

Utgaard

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Freitag, 20. Juli 2018, 14:38

Spitze - magst du vielleicht noch ein Bilder der Rückansicht machen, damit man die Rockschöße auch noch sieht?

Uloo

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Freitag, 20. Juli 2018, 15:19

wieder ein richtig toller Beitrag von dir freu mich auf mehr.

Riothamus

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Freitag, 20. Juli 2018, 19:10

Ja, zu viele Fotos sind zwar schlecht, aber bei dem Thema gehört noch eins von der Rückseite dazu!
Gruß

Riothamus

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Samstag, 21. Juli 2018, 10:12

Pettus Rifles

Die Pettus Rifles wurden als Freiwilligen Einheit von Captain Marmaduke Bell in Cockruns De Soto County im Juni 1861 aufgestellt. Der Staat Mississippi legte eine vorgeschriebene Uniform für seine Infanterie Regimenter fest.
Ob oder wegen dem dogmatischen Festhalten an das Recht der Einzelstaaten und die daraus resultierende Sturheit und “Eigenbrödlichkeit” wählte der Staat Mississippi die Farbe rot für seine Infanterie (traditionell eigentlich für die Waffengattung der Artillerie bestimmt).
Die Uniform sollte “ein grauer, langer Rock mit acht Knöpfen auf der Brust und dazugehörigen doppelten, roten Litzen sein […] Rote Rockumschläge, Kragen und Ärmelaufschläge mit Knöpfen […] Die Hose mit roten Gallons.”
Materialknappheit, Engpässe bei der Lieferung, wenig Fabrikkapazitäten und andere Umstände liesen eine unendlich schiere Flut an Variationen der obigen Regulationen erscheinen.
Die Pettus Rifles wurden Teil des 17. Mississippi Regiments und kämpften bis zur finalen Kapitulation. Schon nach der Schlacht bei Bull Run waren die martialen Uniformen schnell verschlissen – die Qualität war äußerst minderwertig. Als sie im August Leesburg, Virginia ankamen, berichteten die Einheimischen von dem verdreckten und verschlissenem Regiment, welche viel zu große und ulkige Zylinder trug.

So erging es vielen Regimentern: die wenigen staatlichen Fabriken - wenn es sie denn überhaupt gab! – kamen nicht hinterher. Für die komplette Armee der Vereinigten Staaten gab es eine Textilfabrik und eine große Schneiderei, die aufgrund der Ausgabemengen gut planen konnten und bei Engpässen schnell reagieren konnten (Zum Beispiel gab es einst einen Vorfall an nördlichen Indianergrenzen, bei dem die Soldaten im Schnee kämpfen mussten. Schnell wurden Fellmäntel, -handschuhe und Schals gefertigt. Anstatt nun aber 16.000 Mann zu bekleiden, sollte sie nun in der selben Zeit 650.000 Mann bekleiden! Zuliefer waren nötig, um die gigantischen Mengen von benötigten Materialien stämmen zu können.
Leicht verdientes Geld – der Staat bezahlte gut und prüfte die Waren kaum bis gar nicht.
Dies öffnete natürlich Tür und Tor für Betrug und es gibt hunderte Berichte und Briefe von Frontsoldaten, wie sie über das Material von Schuhen mit Sohlen und Leder dünn wie Papier, der Kleidung die sich beim ersten Regen komplett vollsog oder nach einem Tagesmarsch an Knöcheln und Hosenbund aufgerissen und sogar über Gewehre ohne aufgebohrte Pulverkanäle oder über solche, die in Teilen an die Soldaten geliefert wurden, schimpfen.

Einen Großteil der Kleidung bezogen die Soldaten auch von zu Hause. Socken, Hemden, Halstücher und der gleichen strickten Frauengemeinschaften von Dörfern und Städten und halfen ihren Truppen an der Front. Viele Frauen nähten auch für die nun entstandenen Textilfabriken und bezogen garstigen Gehalt.

Der Soldat von heute hat eine solche, minderwertige Uniform. Die Hose ist voller Löcher und der ganze Satz Uniform und der Hut ist verschmutzt.
Die Modellierung der Miniatur könnte man wieder auf ein Minimum reduzieren. Die Litzen auf der Brust und die Aufschläge am Ärmel könnte man sehr leicht einfach nur aufmalen. Ich wollte sehen, ob ich es hin bekommen würde.
Den Hut habe ich etwas schlecht modelliert, hat dann aber irgendwann angefangen, nach nem verrantzten und kaputten Hut auszusehen… Passt also mit etwas Farbe auch wieder zum Thema! Die Löcher in der Hose habe ich mit einem Fetzen (der den echten Stofffetzen darstellen soll) und einer kleinen Greenstuffwurst, die einfach nur zur Hose hin und vom Loch weg plattgedrückt wird, dargestellt.


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